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Posts mit dem Label "Gottesdienst" werden angezeigt.

Missional kontra attraktional?

"Kannst Du mir noch die Adresse schicken, wohin ich morgen kommen soll?" schrieb ich diese Woche dem neuen Studenten. Zu Beginn jedes Semesters muss ich alle meine 12 Studenten in ihren Praktikumsgemeinden besuchen und ihren Mentor treffen. Per Sms kam folgende Antwort: "Weiß nicht genau. Hausnummer 1, glaub ich. Park einfach neben der Kirche." Es ist nicht immer leicht, all die Gemeinden zu finden, manche haben noch nicht mal eigene Lokale. Meine Abenteuerlust gab sich aber zufrieden und ich begab mich auf eine Tagestour, um mehrere Studenten samt ihren Mentoren im Göteborger Umland zu besuchen. Als nach vielen Kilometern und Gesprächen vor mir die Stadt auftauchte, in der ich Hausnummer 1 suchen sollte, bot sich mir folgendes Bild: Dieser Parkplatz sollte ganz ohne GPS zu finden sein, dachte ich bei mir und war zugegebendermaßen etwas überrascht. In Kirchen dieser Größe verkehre ich eher selten. Ein glücklicher Student und ein ebenso glückicher Mentor hieße...

Himmlische Politik

"Du bist Petrus und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen." Über Mt 16,18 lässt sich viel rätseln und diskutieren, doch eins ist unbestritten: Hier wird ein neues Wort eingeführt, eines, das in der Bibel bislang noch keine Verwendung fand, doch fortan ein sehr große Rolle spielen wird: das Wort Gemeinde .  Gemeinde. So übersetze Luther das neue Wort aus Jesu Mund. Nun ist das so eine Sache mit Sprache und Wörtern. Wenn ich z.B. "Auto" schreibe, ist es leicht, sich das Richtige  vorzustellen. Schreibe ich hingegen "Fierpe" oder "Stroß", woran denkst du dann? Neue Wörter sind weder mit Bedeutung noch Geschichte gefüllt. Achte nur mal drauf, was vor deinem inneren Auge abgeht, wenn ich ein gut bekanntes, frommes Wort wie Gottesdienst schreibe!  Das ist genau der Grund, warum H2O keine " Gottesdienste " veranstaltet. Für knapp 100% der einheimischen Bevölkerung ...

"Organisierte Säkularisierung"

Man kann auch versuchen, der Säkularisierung auf die Spur zu kommen, indem man sich die organisierte Religionszugehörigkeit in Form von Mitgliedschaftszahlen oder Gottesdienstbesuch etwas näher ansieht. Auch hier begrenze ich mich der Einfachheit halber wieder auf unser Gastland Schweden. Ab 1873 durfte man also aus der Staatskirche austreten. Bis dahin waren stolze 100% der Bevölkerung Mitglied dieser Kirche. Das ist wirklich beeindruckend. Ungefähr 60 Jahre später waren immer noch 99,7% aller Bürger Mitglied. Die fehlenden 0,3% waren Juden, Katholiken und Orthodoxe. In den kommen 40 Jahren sank die Mitgliedschaft auf 95,2% (1972). Im Jahr 2000 waren immer noch 82,9% Mitglied, nach der neuesten Statistik waren 2014 noch 64,6% aller Einwohner Schwedens Mitlied der Svenska Kyrka. Derzeit sinkt die Zahl jährlich um ca. 0,6% (d.h. 0,8% treten aus, 0,2% treten ein). 1930 waren alle Freikirchler auch Mitglied in der Staatskirche. Dies hat sich etwas geändert, Doppelmitgliedschaft ...

Theologie für jeden Tag

Unter "Alltagstheologie" versteht man offenbar vor allem den Alltag der Theologen wie Pfarrer oder Pastoren. Nur selten wird eine Autopanne, die entlaufene Katze, Entzündung, Büroformulare oder eine WM mit "Theologie" in Verbindung gebracht. Genau hier liegt ein Problem. Theologie ist weltfremd geworden. Vergangenen Sonntag machten wir ein Experiment. In Gruppen aufgeteilt, sollte jede H2O-Gruppe ein jeweils gerade aktuelles Alltagsereignis oder Problem identifizieren. Hatte man sich auf eine Sache geeinigt, ging es daran, den eigentlichen Kern der Sache zu finden: Wo liegt die Wurzel des Übels oder des Ereignis? War das gefunden, stellte sich die Frage, ob es in der Schrift (d.h. Bibel) vielleicht irgendwo das gleiche Problem oder ähnliche Vorkommnisse gibt. Welche? Wo finden sie sich? Gibt es vielleicht andere Texte, Psalmen oder Geschichten, die einem passenderweise in den Sinn kommen? Welche? Danach ging es darum herauszufinden, ob in der Kirchengeschic...

Herzlichen Glückwunsch, H2O! Oder: Einige Gedanken zum Sinn und Zwecke H2Os

Am vergangenen Mittwoch, den 06. Juni war wieder einmal schwedischer Nationaltag. Und damit H2O's Geburtstag! Vor vier Jahren ging H2O zum ersten Mal als H2O in die Öffentlichkeit! Es war ein Kinderfest auf dem Parkplatz unseres Partners Reningsborg , direkt vor unserem heutigen H2O-Center - damals wussten wir davon natürlich noch rein gar nichts! H2O ist kein "herkömmliches" Gemeindegründungsprojekt. In einer "normalen" Gemeindegründung hätte man vor der Geburt sicher alle Vorbereitungen zu einem ersten öffentlichen Gottesdienst getroffen, man hätte Gäste dazu eingeladen und im Gottesdienst offiziell bekannt gegeben, dass hier nun eine neue Gemeinde gestartet wurde. H2O hingegen ist ein "Gemeindegründungsforschungslabor". Unser Auftrag ist nicht nur, neue Gemeinden zu starten. Unser Auftrag ist vor allem, herauszufinden, wie im 21. Jahrhundert neue Jesusnachfolger gemacht werden können. Wie können Menschen Jesus begegnen, die freiwillig nie und ni...

Impressions-Auftakt

Nun ist es auch wieder Zeit für "Impressions", unserem zweiwöchentlicher Sonntagabendgottesdienst mit Mampf. Für diese Saison steht " Wir kommen aus der Dunkelheit zum Licht " auf unserer Fahne, pardon Karte (siehe gestern), mit dieser wunderbaren Doppeldeutigkeit. Der Übergang von langen Nächten zu langen Tagen wird auf der nördlichen Halbkugel so deutlich wahrgenommen wir sonst nirgends auf der Welt (im Süden züngelt sich abgesehen von der unbesiedelten Antarktis nur Kap Hoorn bis auf unsgefähr 55° süd vor und liegt damit einen Tick weiter vom Äquator weg als Rügen). Die heißersehnte Rückkehr des Lichts kann daher als eindruckvolles Beispiel für die Umkehr von der geistlichen Dunkelheit ins Licht genutzt werden. Bei lautet das Thema deshalb "Bergpredigt" - das Manifest des Reiches Gottes. Mit dem "Objektiv Bergpredigt" werden wir eine Saison lang aus der Dunkelheit der gefallenen Welt ins Licht des Reiches Gottes zoomen. Vergangenen Sonnt...

Advents-"Impressions"

In einer Bilderbuch-Weihnachtslandschaft feierten wir gestern Abend unsere Adventsimpressions. Allerdings führten beständige Schneefälle, Kälte und Erkältungen und anderweitige Adventstermine dazu, dass die Gruppe nur sehr klein ausfiel. Trotzdem haben wir wie immer gegessen, diesmal im Kerzenschein, und dann über's Warten gesprochen. Gibt es vielleicht ähnliche Gedanken beim Warten auf Jesus und beim Warten auf den Bus an einer tief verschneiten Haltestelle? Und wie immer haben wir mit Abendmahl abgeschlossen, diesmal als eine Versicherung, dass wir "den Bus nicht verpasst" haben. Die Kinder hatten in der Zwischenzeit jedenfalls jede Menge Spaß auf dem riesigen, fast leeren und tief verschneiten Parkplatz bei Reningsborg.

"Impressions"

Zum zweiten Mal gab's gestern unseren "Impressions"-Minigottesdienst im H2O-Center in Angered. Mit Buffet und gutem Essen begann's wieder. Schließlich ist es wichtig, dass man erstmal ankommt und redet und sich austauscht, und wie geht das besser als bei einem gepflegten Essen. Der geistliche Teil war diesmal ganz anders, es gab Musik, die Möglichkeit, eine kürzlich erlebte Erfahrung als Bildergeschichte darzustellen und natürlich wieder Abendmahl. Für uns als Team ist es immer noch eine neue Erfahrung, derartige "Gottesdienste" zu feiern. Alles ist noch in der "Erprobungsphase", und deshalb haben wir die Impressions noch nicht richtig öffentlich gemacht. Wir wollen uns selbst erst etwas gewöhnen. Und dennoch kommen Gäste, die davon hören. Ich glaube, damit sind wir auf einem guten Weg. * * * For the second time we did yesterday our "impressions" mini-gathering in our H2O-center in Angered. Again we started with a buffet and good food....

Essen ist immer gut!

Und deshalb beginnen wir unsere Impressions mit einem gemeinsaman Abendessen. Hier kann man schon quatschen, das Wichtigste loswerden und einfach die Gemeinschaft genießen. Gemeinschaft ist schließlich einer unserer zentralsten Werte. Und die Bibel ebenso. Deshalb denken wir uns, nach dem Essen einen Abschnitt in der Bibel zu lesen. Auf einen Predigtmonolog wollen wir zunächst bewusst verzichten, und eher in einen kurzen, gemeinsamen Dialog treten. Und weil die Gemeinschaft mit dem Herrn ein weiterer, zentraler Wert ist, wollen wir mit ihm sprechen. Und wie könnte man die Gemeinschaft mit Jesus besser ausdrücken und feiern als mit dem Abendmahl? Deshalb soll auch das Abendmahl ein fester Bestandteil werden. Als ich diese Gedanken meinem Freund Douglas erklärte, der sein Büro seit neuestem neben unserem H2O-Büro hat, meinte er: "Damit seit ihr mitten in Apg 2." Stimmt fast. Das war mir noch gar nicht aufgefallen. Nur, dass die Geschwister in Apg 2 sich wöchentlich trafen, n...

"Impressions"

"Impressions" ist der vorläufige Name für das, was wahrscheinlich die nächste Ebene in der Entwicklung von H2O sein wird. Wir stellen nämlich fest, dass wir als H2O eine eigene, geistliche Identität brauchen. Die Partnerschaften mit Saron und Reningsborg reichen nicht mehr aus. Wir brauchen etwas, was das Zentrum unseres Glaubens und Handelns in gewisser Weise sichtbar macht. Etwas, das uns als H2O entspricht, worauf wir hinweisen können und wozu wir auch durchaus einladen können. Impressions sollen keine typischen Gottesdienste werden. Der Kardinalfehler Nummer eins fast aller Gemeindegründungen liegt darin, dass man viel zu früh mit Gottesdiensten beginnt. In den meisten Fällen ist es sogar so, dass man von "Gemeindegründung" spricht, aber eigentlich "Gottesdienstgründung" meint, weil sich Gemeinde zu sehr über den Gottesdienst definiert. Deshalb wollen wir diesen Fehler nicht auch noch machen. Und dennoch brauchen wir jetzt so etwas wie einen Gottesdi...

Es flog kein Surströmming zur Kanzel

Entweder lag es daran, dass es keinen mehr gab oder meine schwedische Predigt war doch nicht so schlecht. Es hat Spaβ gemacht. Sicher werden weitere folgen. Irgendwann… (PS: Was? Du weiβt nicht, was Surströmming ist?! Hier nachlesen !) * * * Nobody threw surströmming to the pulpit. Either because there was nothing left of it or because my first sermin in Swedish was accepted by the audience. Well, actually it was fun. It was probably not my last teaching in Swedish. More will follow. Sometimes. (What?! Never heard of surströmming ? Check it here !)

Erste Predigt auf Schwedisch…

Oh, oh. Am kommenden Sonntag ist es soweit. Ich werde zum ersten Mal auf Schwedisch predigen. Die New-Life Church in Göteborg hatte mich eingeladen, eine Predigt im November zu übernehmen. Da wurde es der erste Advent. Bin zur Zeit dabei, die Predigt niederzuschreiben, bewaffnet mit Bibeln und Wörterbüchern. * * * This Sunday I will give my first teaching in Swedish in a local church service. New Life Church in Gothenburg had invited me to take one of the November sermons. Now it’s the last Sunday of November, which is the 1st advent and thus an important holiday in Sweden. Right now I am about to write my first Swedish down, equipped with several Bibles and dictionaries. Next Sunday it will feel like the very first time...