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Posts

Gebetsvideo April

Auch das Gebetsvideo ist von der Grippe angesteckt und verspätet, logisch. Aber Gebet ist bekanntlich zeitlos und besser betet man spät als nie. Bitte betet für unser Aprilanliegen, denn es scheint uns gelungen zu sein, eine ganze nichtkirchliche Gruppe an existentielle Fragen herangeführt zu haben. Und den im Clip gennannten Blogeintrag vom 18. November 2011 findet Ihr hier .

Wieder auf den Füßen?

Nach fast zwei Wochen lästiger Grippe mit viel Zeit im Bett scheint es wohl doch mal wieder bergauf zu gehen. Schade nur, dass man nach arbeitsmäßigen Ausfallzeiten nicht einfach einsteigen kann, wo man heute sein könnte, sondern dort, wo man vor zwei Wochen aufgehört hat. Bei dem Gedanken möchte man lieber noch zwei Wochen im Bett bleiben...

Unser Bestes

Nun liege ich schon ein paar Tage mit Fieber und heftigstem Husten krankgeschrieben zu Hause und fühle mich reichlich ineffektiv. Immerhin amüsiere ich meine Kinder mit meinen Hustenattacken - bevorzugt durch Lachen ausgelöst - und trage damit trotz allem zur Lebensfreude im Hause bei. Zur Abwechslung denke ich heute etwas von dem wiederzugeben, mit dem ich mich hier lesenderweise so beschäftige. Es kommt von dem auch in Deutschland bekannten Autor Magnus Malm und ist überschrieben mit "Unser Bestes". Die Vorstellung, dass Religion durch Angriff ausgerottet werden kann hat sich nach den gigantischen Experimenten des 20. Jahrhunderts wohl verflüchtigt. Weder der kurzlebige Nationalsozialismus noch der langlebige Kommunismus haben es trotz starker Förderung des "wissenschaftlichen Atheismus" nicht geschafft, die Kirche nachhaltig auszurotten. Säkularisierung geschieht nicht, indem man Gott angreift, sondern indem man ihn ausschließt. Oder, wie ein Dämon in C.S. Lewi...

Daliten, Kastenlose, Unberührbare

Ich erinnere mich genau, vor 12 Jahren im Gottesdienst der FeG Ingolstadt öffentlich darum zu bitten, für die "Unberührbaren" in Indien zu beten. Diese riesige Volksgruppe zog damals nach jahrtausendlanger Verachtung und Unterdrückung eine Massenabwendung vom Hinduismus in Erwägung. Nach allem, was ich gehört hatte, schien eine Zuwendung zum christlichen Glauben eine Option für sie zu sein. Am 4. November 2001 kehrten dann tatsächlich Tausende von Daliten dem Hinduismus den Rücken zu. Sie wählten allerdings den Buddhismus, weil ihnen hier alle Menschen wirklich gleich zu sein schienen. Christ zu werden, war doch keine Alternative, nachdem die englische Kolonialmacht zu viel Kirche à la Konstantin nach Altindien exportiert hatte. Auch Christen waren seither als Herrscher und Machthaber bekannt, und für die Daliten hieße das, vom Regen in die Traufe zu kommen. Immerhin haben sich indische Christen 2001 öffentlich an die Seite der Daliten gestellt. Dadurch entstand eine Zus...

Insights eines Outside-Insiders

Ich geb's zu, H2O ist nicht leicht zu verstehen. H2O ist Kirche, aber irgendwie auch nicht, es ist Gemeindegründung und doch nicht, weil ganz anders. Beim allerbesten Willen, es gibt keine Schublade, in die man H2O packen könnte. Missionsstation vielleicht? So was, wie in Afrika, wo Kirchen, Krankenhäuser und Schulen gebaut werden? Wohl kaum. Nirgendwo passt H2O rein. Das Etikett "Kirchenlabor" passt wahrscheinlich am Besten - aber ehrlich gesagt, wer weiß schon, was 'n Kirchenlabor ist?! Werden da Diakone geklont und Pfarrer geschrumpft? Juliana hat sich die Mühe gemacht, als ein Outsider Teil H2Os zu werden - und wurde damit zum Insider. Nur sehr wenige können das von sich behaupten. Nach sieben Monaten hat sie einen Teil ihrer "Insights", ihrer persönlichen Einsichten, formuliert. Ich möchte sie Euch wärmstens empfehlen. Ihr findet sie hier, auf Julianas Blog . Und? Ist H2O jetzt leichter zu verstehen?

Leadership Summit 2013: Weiterrennen!

CA-Leadership-Summit 2013 London. ( Foto: Rogier Bos ) Wir sind wieder da. Soeben heimgekommen vom jährlichen CA-Leadership-Summit, diesmal erst im April - aber keinesfalls war's deshalb wärmer als sonst im Februar... In der Nähe des Flughafens London-Stansted trafen sich die CA-Leiter in einem christlichen Konferenzcenter. Thema Multiplikation stand auf der Agenda, u.a. mit Kim Hammond. Multiplikation ist wichtiger Bestandteil unseres " Missional-Action-Plans ", der mit seinen sechs Lagen eine Orientierungshilfe für CA-Gemeindegründungen ist. Ich war allerdings skeptisch nach London gereist, weil Multiplikation - so sehr ich es anstrebe - für uns noch nach Zukunftsmusik klingt. Trotzdem komme ich nun inspiriert und aufgebaut zurück. Nicht, weil ich jetzt endlich weiß, wie man multipliziert. Es wurden aber eher vorsichtige und wenig vollmundige Töne gewählt. Im westlichen Europa ist ein klarer Trend zu erkennen: Wo kein kirchliches oder kulturell christlich gepräg...

Mein Debüt als Buchautor...

Naja, nicht als richtiger Autor eines ganzen Buches, aber immerhin eines Kapitels. Vom letzten CA-Leadershipsummit im Februar 2012 wurden die Ergebnisse zum Thema " Kennzeichen einer reifen missionalen Gemeinde " nun in E-Buchform veröffentlicht. Mir wurde von CA die Aufgabe anvertraut, eines der Kapitel zu verfassen. Das E-Buch ist bis kommenden Sonntag kostenlos und kann danach noch eine kurze Zeit zu einem reduzierten Preis heruntergeladen werden.  Alle kostenlosen (und reduzierten) Leser werden gebeten, auf Amazon eine Rezension zu hinterlassen. Und hier ist der Link: http://www.amazon.com/Grow-Where-Youre-Planted-ebook/dp/B00C5LFZCK/ und zu den Rezensionen geht's hier: http://www.amazon.com/review/create-review/ref=?ie=UTF8&asin=B00C5LFZCK Heute Abend wird es auf dem diesjährigen Leadershipsummit, auf welchem ich mich gerade befinde, eine Buchparty mit Autorenlesungen geben... Viel Spaß beim Lesen!

Bloß keinen Gottesstaat, bitte! (2)

(Fortsetzung des gestrigen Posts)  Ganze zweitausend Jahre sind vergangen. Den Mann, dem "alle Macht der Erde" gegeben worden sei, hat man in unseren Breitangraden weitgehend vergessen. Er ist ja auch nie zurückgekommen. Sein Name ist, wenn überhaupt, nur noch als religiöse Reliquie bekannt. Mittlerweile predigt man übrigens weder, dass Er der Weltherrscher ist, noch, wie man in den Himmel kommt. Nur so eine verschwindend kleine Schar glaubt immer noch an Ihn, dass Ihm sowohl die Herrschaft der Erde als auch die des Himmels übertragen worden ist. Naja, und in anderen Erdteilen vielleicht, da glaubt man das vielleicht auch. Aber die waren ja sowieso schon immer hinterher, finden viele. Das dritte Jahrtausend entfaltet sich unterdessen mit unglaublichem Reichtum für die Allgemeinheit des Westens. Das hat der Mensch zustande gebracht, kein angeblicher, religiöser Weltherrscher. Wir können stolz auf uns sein. Wir haben uns emanzipiert. Wir brauchen keine organisierte R...

Bloß keinen Gottesstaat, bitte!

Nach der Auferstehung sagt Jesus allen Ernstes zu seinen Jüngern, dass ihm alle Macht der Welt gegeben sei. Er sei der wahre Herrscher des Planeten. Dann gibt er in Auftrag, im gesamten Herrschaftsbereich bekanntzugeben, dass Er und niemand anders rechtmäßiger Alleinherrscher sei. Seinen Anweisungen sei zu folgen. Er werde im Übrigen eine Weile aus dem Blickfeld verschwinden, um dann aber sichtbar herrschend zurückzukommen. Die Truppe der verdutzten Jünger macht sich nach einer Weile daran, diesen Auftrag auszuführen. Der Herr kommt aber nicht wie erwartet zurück. Man arbeitet dennoch weiter. Vielleicht ist Er aufgehalten worden. Interessante Dinge geschehen, während die Jünger die Herrschaft dieses Jesus proklamieren - fast so wie zu den Tagen, als Er noch persönlich dabei war. Doch Er kommt und kommt und kommt nicht. Zweifel tauchen auf. Hatte er wirklich gesagt, er sei Alleinherrscher dieses Planeten? Hatte er nicht auch gesagt, er sei Herrscher des Himmels? Ja, das hatte er auc...

Hoffnung, Leben, Auferstehung.

"Nur wenige finden Lebensfreude in Jesus oder im Gedanken an den Himmel. Eigentlich empfinden die meisten gar keine Freude, wenn "Himmel" hören." So Randy Alcorn auf den ersten Seiten seines Buchs "Heaven" ( Der Himmel - was und dort wirklich erwartet ). John Eldredge legt noch einen drauf: "Fast jeder Christ, mit dem ich gesprochen habe, denkt beim Himmel an endlose Gottesdienste ... Wir haben uns zu sehr ans Bild vom ewigen Gesang auf den Wolken gewöhnt. Ein Kirchenlied nach dem nächsten, für immer und ewig. Amen. Und unser Herz wird schwer. Für immer und ewig? Das soll alles sein?! Das ist die gute Nachricht des Evangeliums?!"* Der heutige Tag lehrt uns etwas besseres: Ostern ist konkret, der Herr ist auferstanden! Mit allen zehn Fingern und Zehen, einem Kopf mit Haaren und wahrscheinlich sogar einem Bart, einem Körper mit allem, was dazugehört! Er ist wirklich auferstanden! Die Auferstehung ist echt! Ostern ist der Beweis des neuen Le...

Karfreitag: Party für die Depressiven

Nicht, weil am heutigen Feiertag die Enttäuschung, die Frustration, der Zerbruch, die Schwärze und die Hoffnungslosigkeit seinen ultimativen Höhepunkt findet. Sondern weil heute alle diese destruktiven Mächte tödlich getroffen wurden. Der Depressive muss nicht mehr über den eigenen Selbstmord nachdenken. Das, was sich so arglistig und feuchtkalt zersetzend in unsere Herzen frisst, wurde heute jemand anderem injiziert. Einem Unschuldigen, einem Lebensspender und Heiler, der daraufhin gewissermaßen den Selbstmord auf sich nahm, indem er sich freiwillig den Schindern, den vermeintlichen Herrschern und Tyrannen aussetzte - wehr- und waffenlos. Durch diesen unbegreiflichen und unschuldigen Tod - und nur dadurch - wurde das Böse der Welt unheilbar verwundet. Für alle Depressiven gibt es heute einen Grund zum Feiern. Denn jedes erlebte Tief, jede Schwermut, die uns treffen mag, jede Verzweiflung oder Freudlosigkeit, die uns umgarnen und verhexen will, gehören seit Karfreitag nur noch zum l...

Dreißig

Dreißig Jahre. Vor dieser Zeit fasste ich den Beschluss, Jesus nachzufolgen. Was für eine Reise ist es seitdem gewesen! Damals, dort in der Küche der evangelischen Kirche zu Strombach, konnte ich unmöglich wissen, wohin das alles führen wird. Als knapp sechzehnjähriger Schlosserlehrling aus einer nicht gerade frommen Arbeiterfamilie hatte ich jedoch eine Ahnung, dass dieser Entschluss weitreichende Folgen haben würde. Er hatte es. Ich habe aufgehört zu fragen, wie mein Leben wohl ohne diesen Schritt verlaufen wäre. Zwei Dinge frage ich mich allerdings immer noch. Ich frage mich, was das Ziel der Reise ist. Natürlich werde ich ganz am Ende zu Jesus gehen. Und ich habe auch klare eigene Lebensziele. Im Laufe der drei Jahrzehnte sah es aber stets so aus, dass Jesus ein eigenes Ziel verfolgt - Er offenbart allerdings immer nur den nächsten Schritt. Jedesmal, wenn ich glaubte, angekommen zu sein, stellte sich heraus, dass alles nur Training für die nächste Phase war. Worauf trainiert E...

Ein farbenfroher Tag!

YES!!! Hier kommen einige Bilder vom letzten Samstag: Erstmal Werbung: 15 Minuten vor Beginn lädt der Angereder Chor im Einkaufszentrum singend zum Kulturtag ein.  Warten auf den Auftritt H2O lädt zum Kinder- und Spaßprogramm ein. Zuvor hatte Maria (Mitte) H2O vorgestellt. Wir tragen alle unsere TjänaStan-T-Shirts ...und los geht's zum "Barnprogramm"! Basteln... ...und Malen waren angesagt, Juliana gab ihr Debüt als Kinderschminkerin und überraschte mit den Ergebnissen. Aber am Bestern... war natürlich... der Fallschirm:  Drunter herspringen, oder oben drauf einen Ball balancieren, oder einfach beides. Auch Fünfkampf wurde angeboten.  Währenddessen fanden drinnen eine Menge Begegnungen statt und ein beeindruckendes Programm.  Mir war außerdem die filmische Dokumentation anvertraut worden - naheliegend wenn man weiß, welch interessanten Anfang das alles genommen hatte...  Wir da...

Kulturtag

Das offizielle Plakat des heutigen Kulturtages. H2O macht das "Barnprogram" (oben rechts, Kinderprogramm mit Spiel und Spaß). Angered pflege ich "Stadtteil der Zukunft" zu nennen. Wie Angered heute schon ist, werden in wenigen Jahrzehnten alle Städte Europas aussehen: International, multikulturell, kaum Kirchen mit Einfluss, viele Spannungen und viele Fragezeichen. Ich bin der Meinung, dass wir es uns als Gemeinden nicht leisten sollten, mit unserer eigenen Gemeindekultur meist einige Jahrzehnte hinterherzuhinken. Wir müssten vielmehr vorausdenken und Kulturgestalter sein, die Prägung der Zukunft nicht ausschließlich den anderen überlassen, die weder Schöpfer noch Erlöser noch König der Könige kennen - geschweige denn nachfolgen. Und ja, natürlich müssen wir uns dabei auf dem Grund der Bibel bewegen - gerade deswegen müssten wir mehr vorausschauen, um die Verbindung des Uralten und des Kommenden gut vorzubereiten. Nach viel, viel "try and error", Ve...

Am Samstag ist der große Tag

Samstag wird sehr wichtig für H2O. Durch merkwürdige Zufälle und fast schon amüsante Missverständnisse (die ich zu anderer Zeit mal erzählen werde) kamen wir in Kontakt mit dem lokalen Kulturzentrum der Stadt, genannt der Blaue Platz. Wir hatten schon vor Jahren immer wieder versucht, dort hineinzukommen, waren aber völlig ignoriert worden. Diesen Samstag wird es dort einen Kulturtag geben, einen Tag der offenen Tür mit vier Stunden Programm. Wir von H2O werden für zwei Dinge verantwortlich sein: Das Kinderprogramm und die filmische und fotografische Dokumentation. Maria hat die Leitung für das Kinderprogramm übernommen und ungefähr 12 Leute aus der H2O-Gemeinschaft zur Mitarbeit rekrutiert. Der "Blaue Platz" ist recht offen uns gegenüber: Unsere Mitarbeit ist eine Art Probelauf, um uns kennenzulernen, zu sehen, wer wir sind, wie wir arbeiten und ob man sich auf uns verlassen kann. Wenn's gut läuft, stehen uns mehr Türen offen. Was wir daher dringend brauchen - mehr als a...

"Das Himmelreich ist ansteckend!"

Kein Himmelsvirus, sondern ein garantiert ansteckendes Höllenvirus, das laut SZ aber nun angeblich geheilt werden kann: HIV. Quelle: sueddeutsche. de Die letzte Woche war echt stressig für mich. Nicht, weil grad alles zusammenkommt und viel zu tun ist. Eine 70-Stunden-Woche kann ich schon mal ganz gut ab. Es stresst mich aber, wenn ich das Gefühl habe, mit fusselig geredetem Mund auf Granit herumkauen zu müssen. Dann krieg ich dieses typisch säuerlich-beißende Stressgefühl in der Magengrube mit Unruheattacken, welche mich nachts nicht einschlafen lassen - obwohl ich Kraft für den Rest der Woche bräuchte. Es stresst mich, liebe, nette Geschwister im Herrn immer wieder predigen zu hören, dass das Himmelreich ansteckend sei. Wer nur nahe genug an den Himmel (sprich: Kirche, Gemeinde, Christen, "das Wort", Jesus selbst) herankomme, der werde "kontaminiert" und früher oder später selbst ein Christ werden. Mein Stresslevel potenziert sich, wenn die lieben, netten Ge...

Viel Glück, Herr Papst.

Ich wünsche dem neuen Papst alles Gute und viel Erfolg für seine neuen Aufgaben. Ob es ihm gelingen wird oder nicht, diese Frage ist - zumindest hier - ungefähr genauso alltagsrelevant wie die Frage ob Pluto nun ein echter Planet des Sonnensystems ist oder nicht. Was der Papst im Vatikan treibt, ist genausoweit weg wie Pluto, vielleicht sogar ein bisschen weiter. Hand auf's Herz - was wäre an diesem Donnerstag für Dich und mich anders gelaufen, wenn nicht Franziskus, sondern ein neuer Benedictus oder Pius gewählt worden wäre? Oder wie beeinflusst der Papst unsere Alltagsagenda heute in einem Jahr, am Freitag, den 14 März 2014? Der neue Papst hat es immerhin selbst in Göteborg bis auf die Titelseite der Tageszeitung gebracht. Das heißt schon was. Sonst wird Kirche von der Majorität dieser Stadt nur als historisches Gebäude bzw. als Randerscheinung gesehen. Zur 400-Jahr-Feier der Stadt gibt es eine große Planungsplattform, wie Göteborg 2021 aussehen soll. Alle waren namentlich ein...

Na, also.

Seit Samstagabend hat Schweden nach dem jährlichen sechs-Wochen-Marathon auch sein Lied für Malmö. Vielleicht sogar kein schlechtes. Der größte Vorteil an diesem Liederfest ist für mich, dass man hier einen Anlass hat, Freunde einzuladen, die man sonst selten sieht. Die Musik ist ansonsten solch ein simples Mainstream-Gedudel, dass ich mich ernsthaft versucht fühle, auch mal einen Liedvorschlag zu komponieren und einzureichen. Ich glaube, auf diesem musikalischen Niveau durchaus mithalten zu können und schließlich bin ich es ja nicht, der dazu in Unterhose auf der Bühne tanzen muss (dann hätte ich wohl eher keine Schnitte). Ja, und wenn mein Lied dann auch noch den Grand-Prix gewonnen hat, wäre ich das Problem mit dem schwachen Eurokurs auch endlich los. Wie sagte Jakobus doch gleich? Wenn Gott will, werden wir leben und dieses tun. Also dann.

Im Märzen auf Dauer kein bisschen entspannt...

Viel los im März. Teilweise, weil ich es selbst schuld bin und schlecht geplant habe, teilweise, weil's so is wie's is. Zum Beispiel gab's im Herbst kaum was für mich zu tun bei ALT und das ist ja wunderbar, wenn man etwas Geld verdient, ohne dafür arbeiten zu müssen, doch so kam ich 30 Stunden ins Minus. Das sind siebeneinhalb Wochen Arbeitszeit bei einer 10%-Anstellung. Jetzt darf ich aufholen. Heute war z.B. Tag der offenen Tür. Viele neue mögliche Studenten treffen. Immer spannend und interessant. Bin jetzt auf dem Heimweg. Heute kommt noch Besuch und heute Abend ist dann das jährliche Finale des schwedischen Melodiefestivals - wie immer gefeiert bei H2O. Mal sehen, wer heute so auftaucht. Die Auswahl der Lieder ist beschämend schlecht. Wenn ich nicht Teil des H2O-Teams wäre, würde ich mir diese Peinlichkeiten nicht antun wollen. So, mein Bus ist da und ich reise weiter...

Yes, no, shit.

Kommunikation ist ziemlich wichtig. Aber auch irgendwie schwierig. Schon in der eigenen Muttersprache geht's so leicht so voll daneben - insbesondere dann, wenn Kommunikation zwischen X und Y-Chromosomen stattfindet. Haben wir alle schon erlebt. Was macht man erst, wenn keine gemeinsame Muttersprache zur Verfügung steht? Schon mal versucht, einem Chinesen oder Afghanen einfache Wörter wie "Hafen" oder komplexere Begriffe wie "Gemeinde" zu erklären? Und das, wenn die einzige, gemeinsame sprachliche Grundlage höchstens 10% des Vokabulars einer Sprache ist? Einer Sprache, die auch für mich Fremdsprache bleibt? Da werden die Grenzen zwischen Unterhaltung und Schauspielerei sehr schnell sehr fließend. Willkommen in meiner Welt. Juliana hat gestern Abend aber den Vogel abgeschossen. Sie war bei Sagåsen, der hiesigen Einwanderungsbehörde mit einer Art Auffanglager für Neuankömmlinge und Verwahrung für solche, die bald abgeschoben werden sollen. Dort hat sie sich mit ...

"Nichts ist unmöglich."

Solange er noch aktuell ist, möchte ich auf den gegenwärtigen Gemeindebrief der FeG Ingolstadt hinweisen. Hier findet sich ein Bericht über H2O und einige interessante Entwicklungen, die gerade stattfinden und die ich nicht - oder zumindest noch nicht - von irgendwelchen Suchmaschinen im Netz gefunden haben möchte. Wer interessiert ist kann auf die Homepage der Gemeinde gehen und unter "Gemeindebrief" findet sich alles weitere.

Wann hörten wir auf, innovativ zu sein?

Schon ganz am Anfang versprach Gott Israel, dass alle Völker über Israel staunen werden, wenn sie Gott treu nachfolgen werden (Dt 4,6). Mit anderen Worten: Wer Gott wirklich folgt, gibt seiner Umwelt etwas zu sehen, was es sonst nirgendwo gibt. Noch nicht mal auf Pro7. Die ersten Christen fanden durch ihren neuen Lebensstil und ihre gute Laune viel Wohlwollen unter dem Volk, welches zu großer Neugierde und somit ständig neuen Gläubigen führte (Apg 2,47). Durch die ganze Geschichte waren es vor allem Christen, die bahnbrechende Entwicklungen in Gang setzten und damit den Wohlstand schufen, der uns heute so selbstverständlich ist (vgl. meinen Post vom 04. Dez 2012 ). Wann haben wir eigentlich damit aufgehört? Warum ist Kirche heute als der Club der ewig Gestrigen bekannt? Warum löst die bloße Existenz einer Gemeinde kein Staunen mehr in der Nachbarschaft aus? Es ist ja wunderbar, dass auch wir Christen uns nun in großen Veranstaltungshallen treffen oder uns der Satellitentechnik...

Vorbereitungen zur Umkehr: "Man nehme..."

Während ProChrist sich gerade mit astronomischem Aufwand auf offenbar ebenso astronomische Bekehrungszahlen vorbereitet, schlagen wir uns mit der Frage herum, wie gerade solche Menschen Jesus begegnen können, die absolut null Interesse an frommen Megashows und ihren Produzenten haben. Und davon gibt es hier sehr, sehr, sehr viele. Doch selbst unter ihnen gibt es neue Gläubige. Keine Massenbekehrungen mehr, sondern einzelne Ausnahmen. Meine Frage ist: Wenn ProChrist und ähnliche Billy-Graham-Style-Evangelisationen nicht mehr ziehen, was tut es dann? Seit Jahren versuche ich dieser Frage auf den Grund zu gehen. Gestern hatten wir einen Gast in unserem H2O-Teamtreffen. Eine politisch aktive Frau, die aus dem typisch säkularen Leben zu Jesus gefunden hat und nun nebenbei Theologie studiert. Sie erzählte uns von ihrer Reise. Im Gespräch mit ihr waren wir uns alle einig, dass sich ihr Bericht mit unseren Erfahrungen nahezu vollständig deckt. In ihrem Fall - wie auch in allen anderen Fälle...

Ziffern, Zahlen, Quoten

Es gibt Menschen, für die sind Diagramme und Grafiken wie Mangrovengewächse: Hübsch anzuschauen, doch bedrohlich und undurchdringlich. Meine Frau gehört zu dieser Sorte. Für andere sind die gleichen Bildchen wie Segelgleiter, die Freiheit und Überblick geben. So einer bin ich. Von der diesjährigen "Pionierkonferenz"* in Uppsala hab ich mir ein paar Segelgleiter mitgebracht. " Anzahl freikirchlicher Gemeinden in Schweden sinkt deutlich ": Auszug aus Øivind Tholvsens Studie "Freikirche bewegt sich - freikirchliche Mitgliedsentwicklung 2005-2010". Weil es mehr solche gibt wie meine eigene Frau, will ich niemanden mit langen Statistiken langweilen. Hier nur mal ein paar kurze Aussagen zum Nachdenken: Von 1990 bis 2010 ist die Anzahl freikirchlicher Mitglieder in Schweden (aller Denominationen) um rund ein Drittel geschrumpft (von rund 300.000 auf 200.000). Im Zeitraum von 2000 bis 2010 wurden 552 Gemeinden geschlossen, das entspricht ungefähr eine G...

Unlogische Logik

  Zweieinhalb Jahre bevor wir nach Schweden zogen geschah in einem mittelgroßen Ort nördlich Stockholms etwas Schreckliches: Nach dubiosen geistlichen Praktiken in einer Freikirche ließ der Pastor seine Frau erschießen. Im folgenden, monatelangen Medienrummel fanden sich vor allem die Worte "Pastor", "Gemeinde", "Macht", "Sex" und "Teufel" in den Schlagzeilen wieder. Ende dieser Woche wurde nun eine neue Untersuchung veröffentlicht, nach welcher sich die Pastoren Schwedens weitgehend einig sind, dass dieses Drama den Freikirchen einen deutlichen Sektenstempel aufgedrückt hat. Bemerkenswert fand ich einen Abschnitt über das "Knütbügefühl" (nach dem Ort des Geschehens benannt). Was ist das? In der Zeitung vom vergangenen Freitag ist darüber zu lesen: "... Menschen reagieren darauf, wenn sie warme Gemeinschaft erleben. Man erlebt plötzlich Angst, weil sie dieses Gefühl an die Bilder von Knütbü erinnert. Man glaubt wohl...

Pizza und Tiefgang

Einmal jährlich versucht mein CA-Mentor und Supervisor Kevin Johnson aus Minnesota herzukommen, um Zeit mit uns zu verbringen, das Team kennenzulernen und die Lage zu peilen. Diese Woche war's wieder soweit. Nicht nur, dass wir einen gemütlichen Abend mit Pizza, Spiel und der H2O-Kerngruppe verbracht haben, Kevin versucht auch, Zeit für alle CA-Mitarbeiter persönlich zu finden und an allem teilzunehmen, was gerade auf dem H2O-Terminkalender steht, z.B. unserer monatlichen Pubnight am gestrigen Freitagabend. CA legt sehr viel Wert auf funktionierende Teamarbeit und versucht, mögliche Probleme schon im Keime zu erkennen und etwas dagegen zu tun. Wir haben im Laufe der Jahre viele, viele CA-Gäste bei uns zu Hause beherbergt die dadurch direkten Einblick nicht nur in unsere Familie, sondern auch in die ganze Teamdynamik und Arbeitsweise bekamen. (Fotos: Juliana Mittmann) Darüber hinaus haben Kevin, Karen und ich in diesen Tagen intensiv versucht, die Lage neu zu analysi...