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Posts

Tossing the CA-ber

...und fast hätte ich es vergessen: Zur ausgewogenen Jüngerschaft gehört auch immer ein ausgewogenes Maß an Spaß! Das muss man CA nicht zweimal sagen, und deshalb gab's beim diesjährigen Connect in Schottland Mini-Highlandgames. Und zu denen gehört bekanntlich auch die Disziplin " Tossing the Caber " - zu deutsch: Baumstammwerfen. Der " Caber ", der schottische Baumstamm wirft sich nicht so gut innen - deshalb wurde das Spiel in CA-typischer Manier angepasst; aus Caber kurzerhand der " CA-ber " - eine Zigarre. Viel Spaß! (Fotos: Mike Kurtyka)

Schweigen ist Gold

Was 2009 mit einer spontanen Einladung begann ist nun schon fast ein regelmäßiger Rhythmus geworden: Zum vierten Mal nahm ich zusammen mit 14 weiteren Göteborger Männern an der von meinem Freund Gunnar organisierten Schweigefreizeit im klösterlichen Schloss "Bjärka-Säby" in der Nähe Linköpings teil. In den gut 60 Stunden des Schweigens nehmen wir fünf Mal täglich an den sogenannten Stundengebeten teil und bekommen zwei tägliche "Unterweisungen" des koptischen geprägten Pfingstlermönches Peter Halldorf (ein Unikat, siehe Foto), dieses Jahr über den Propheten Jeremia. Die restliche Zeit ist für das eigene Bibelstudium, Gebet, zum Lesen oder Spazierengehen gedacht. Kein Handy, kein Internet, kein Telefon. In der Regel braucht es mindestens 24 Stunden, bis die ständige innere Rush-Hour einigermaßen abgeklungen ist. Wie hochtourig unserer innerer Motor ständig läuft, merkt man erst, wenn alle diese externen Stressfaktoren abgeschaltet werden und man sich abgelegen in der...

Liebe deine Stadt!

(Foto: Mike Kurtyka, PowerPoint: Andrew Perriman) Außer Jesus zu lieben und seinen Nächsten zu lieben gilt es auch, "der Stadt Bestes" zu suchen, sich als Gemeinschaft von Jesusnachfolgern bewusst in die Brennpunkte der eigenen Umgebung einzubringen. Das Evangelium ist unglaublich viel mehr als nur meine eigene "Ich-und-Jesus-Story", die heutzutage zur Genüge in unseren Gottesdiensten gepflegt wird. " Ich und Jesus " - oder vielleicht sollten wir zumindest " Jesus und ich " sagen - ist natürlich auch wichtig, aber es geht längst nicht nur um mich , mein Heil, mein Wohl, meinen Platz im Himmel, usw. Der tiefste Kern des Evangeliums ist im Grunde eine Kampfansage an die Herrscher dieser Welt: Jesus ist der Herrscher und ihr nicht . Völlig egal, wer amerikanischer Präsident wird, denn eins steht jetzt schon fest: Er wird nie der Herrscher sein, der er gerne wäre. Kein Kanzler, auch kein weiblicher, keine EU und kein ESM kann irgendetwas rette...

Liebe deinen Nächsten...

Ein Riesenaspekt der Jüngerschaft ist Nächstenliebe. Und wo könnte man die besser über als in Gemeinschaft - insbesondere in der Gemeinde? In Tischgruppen diskutierten wir täglich und arbeiteten Übungen und praktische Vorschläge aus. Ein kleines Beispiel unter vielen, vielen anderen war es, heutzutage in unseren Gemeinden aktiv Übungsraum zu schaffen, um mehr Zeit mit echten Menschen zu verbringen, nicht nur via Facebook & Co. In der Praxis könnten das bewusst eingeplante Spiel- und Spaßzeiten sein, welche - so unfromm das für manche vielleicht auch klingen mag - im Zeitalter von Dauerstress, Druck, Burn-outs und Depressionen eine echte geistliche Übung werden können. _________ "...ich merke, dass ich mich mit vielen besser versteh',  seit ich sie jetzt gar nicht mehr persönlich seh'!"  (aus Wise Guys, Facebook )

Präsent sein

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Jüngerschaft ist unsere eigene persönliche Beziehung zu Jesus. Wie will man andere in der Jüngerschaft anleiten, wenn die eigene Seele eine Wüste ist? Karen und ich haben dazu einen Morgen über die Wichtigkeit gesprochen, Gottes Gegenwart immer wieder aktiv zu suchen. Es ist nicht in unseren frommen Aufgaben oder unseren christlichen Taten, dass wir verändert  oder zu besseren Menschen werden. Allein die Gegenwart Gottes verwandelt uns, denn nur hier können wir Gottes Glanz widerspiegeln. Ein klitzekleines bisschen von diesem Glanz nehmen wir in unseren Alltag mit, und dort wird der Gottesglanz in unseren Herzen zu der ein oder anderen Handlung führen. Wenn wir persönlich jesusähnlich werden wollen, dann gibt es nur einen einzigen Platz, wo das geschehen kann: In Seiner Gegenwart.

"Seid stark im Herrn!"

Kernstück des diesjährigen Connects war der Epheserbrief. Täglich gab es mindestens eine Lesung eines ganzen Kapitels, um den ganzen Zusammenhang besser erfassen zu können. Das Zentrum dieses phantastischen Briefes ist das neue Leben, welches Christus möglich macht. Dieses neue Leben macht Einheit zwischen unterschiedlichen Herkunftskulturen und vielen verschiedenen Persönlichkeiten und Begabungen möglich. Das neue Leben macht in allen Familien- und Arbeitslagen gegenseitige Unterordnung möglich - eine Unmöglichkeit im alten Leben, wo jeder sich selbst am wichtigsten nimmt. Und es zeigt Liebe - vor allem Liebe zu Christus. Im Grunde ist es ja wie schon im uralten Buche Prediger geschrieben: Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Jede Generation, die als Jesusnachfolger leben will, muss mit dem gleichen Egoismus kämpfen, der gleichen menschlichen Natur, der gleichen geistlichen Schwerkraft, die uns ständig von Christus wegziehen will. Die Unterschiede liegen nur darin, die zeitge...

"Jüngerschaft ist...

... der Prozess so zu werden wie Jesus wenn Er Du wäre." Mit diesem etwas provokativen Aufreißer begann gestern "Connect", CAs jährliches Mitarbeitertreffen. Als Thema haben wir uns einen allzeit aktuellen Dauerbrenner ausgesucht, nämlich "Jüngerschaft" oder "Nachfolge" (engl. discipleship ). Was ist das, und was bedeutet es für unsere missionalen Projekte? Wie äußert sich Jüngerschaft im 21. Jahrhundert? Spannende und absolut superentscheidende Fragen. Leider (zum Glück?) gibt es hier im Gartmore House, ein Stück nördlich von Glasgow, kein Internet. Deshalb kann ich Euch leider nicht so auf dem Laufenden halten, wie ich eigentlich dachte. Meine Posts werden wohl erst nächste Woche zusammenfassend kommen. Bis dann... (geschrieben am 12.Okt)

Postchristlich

Foto: www.deviantart.com Das 21. Jahrhundert mit all seinen Neuerungen und Entwicklungen ist an sich eigentlich gar nicht das große Problem - das große Problem ist, dass das europäische 21. Jahrhundert postchristlich ist. Das heißt, es gab mal eine christliche Zeit, und diese Zeit hat viele Menschen geimpft. Man hat gerade so viel bzw. wenig Christentum injiziert bekommen, dass man sich nicht anstecken konnte, und dennoch genug Antikörper für die Immunisierung entwickelt hat. Das, was man weiß - bzw. meint zu wissen - kommt eher aus zweifelhaften Quellen wie z.B. Dantes göttlicher Komödie als aus erster Hand. Der "Zeitgeist"-Film, der überall im Netz angeschaut werden kann, ist ein typisches Beispiel dafür. Obwohl dieser Film mit einer gewissen Überheblichkeit den Glauben an Jesus lächerlich zu machen versucht, zeigt er andererseits, wie leichtgläubig die dümmsten und haarsträubendsten Theorien als ernsthafte Gegenargumente vorgebracht werden. Manchmal ist es wirklich zum...

Die Zeit der Ernte

Oper und Konzerthaus in Uppsala (eigenes Foto) Allgemeines Kopfnicken. Zustimmende, grunzende Laute. Als sich laute "Amen!"- und "Halleluja!"-Rufe in das Geräuschniveau mischen verfliegt jeder Zweifel: In den Kirchenbänken rund um mich her muss sich eine gewisse Anzahl Charismatiker befinden mit Wurzeln in den 90-er Jahren. Ich meine es daran erkennen zu können, dass die Ursache der begeisterten Hallelujarufe in der Aussage des betagten, englischsprachigen Redners lag, der soeben prophezeite, dass die Zeit der großen Ernte, der geistlichen Neuerweckung Europas, unmittelbar bevorstehe. Bei mir wecken solche Aussagen keine lauten "Amen!"-Stürme, sondern eher leise, gemischte Gefühle. Einerseits würde ich mich sehr freuen über eine neue Erweckung - schließlich habe ich den starken Wunsch "Dein Reich komme!" zu meinem Beruf gemacht und setze alles daran, dass es Wirklichkeit wird. Andererseits gibt es diese Prophezeiungen schon seit Jahrzehnten, ...

Urban Expressions Sweden

Urban Expressions ist ein von Stuart Murray in Großbritannien gegründetes Netzwerk von Gemeinden und Gemeindegründungen, die wie wir bei H2O neue Wege wagen wollen. Murray hat einige sehr wertvolle Bücher zum Thema Gemeindegründung verfasst. Sein Buch " Post-Christendom " las ich 2005 und hat mir extrem geholfen, all die Änderungen zu verstehen, die unseren Alltag verändern und auf die auch Gemeinden massiv beeinflussen. In den kommenden Jahrzehnten wird das erst so richtig sichtbar werden. Deshalb sind wir ganz besonders froh, dass Urban Expressions nun nach Schweden kommt. Und das Schöne ist, dass hier nichts von England nach Schweden exportiert sind, sondern dass eine Handvoll schwedischer Christen, teilweise schon betagt und weise, die große Notwendigkeit neuer Gemeinden mit Sicht für die heutige Welt sehen und aktiv wurden. Durch persönliche Kontakte mit Murray wurde zunächst sein Buch "The Naked Anabaptist" ("Der nackte Täufer") unter dem Titel ...

Das Jesuslabor

Neue Herausforderungen erfordern neues Denken, neues Denken erfordert neues Handeln, neues Handeln stellt uns wiederum vor neue Herausforderungen. Christen scheint das Denken "outside the box" eher schwer zu fallen, glaubt man doch fest an die Unveränderlichkeit Gottes und seines Wortes, der Bibel. Kirchen und Gemeinden scheinen göttliche Beständigkeit leicht mit der Dauerhaftigkeit eigener Traditionen und liebgewordener Gewohnheiten zu verwechseln. Doch das 21. Jahrhundert fordert von uns, manche Gewohnheiten über Bord zu werfen, die sehr gut zu vergangenen Zeiten passten und es verlangt neue Gewohntheiten zu entwickeln, die perfekt in postmoderne Zeiten passen - und nicht weniger biblisch sind. Wir arbeiten mit H2O an genau der Frage: Wie sieht echte Jüngerschaft und Jesusnachfolge im 21. Jahrundert aus? Möchtest Du auf irgendeine Art mitmachen? Meld Dich!

Aktuelles Gebetsanliegen

Dieses Filmchen haben wir am Freitag gedreht mit einem lieben Gruß an unsere sendende Gemeinde, die FeG Ingolstadt . Diese von Craig Ott gegründete Gemeinde ist von Anfang an eine sehr evangelistisch engagierte Gemeinde gewesen, immer um den Bau des Himmelreiches in ihrer Umgebung bemüht mit einer ungewöhnlichen Bereitschaft, dafür auch außergewöhnliche Wege zu gehen. Dafür hat sie erwartungsgemäß auch einige empfindliche Schläge und Tritte des Feindes einstecken müssen, doch niemand hat sie kleinkriegen können. Mit unermüdlichem Eifer geht man weiter, und ein Teil dieses Eifers besteht darin, H2O möglich zu machen. Unsere Gemeinde in IN wird in Zunkunft jeden Monat ein aktuelles Gebetsanliegen per Kurzvideo bekommen - einige davon werde ich hier veröffentlichen, andere bleiben privat. Doch der allererste Film, der gestern schon im Gottesdienst gezeigt wurde, enthält ein Anliegen, für das nicht nur Ingolstädter beten können, sondern ALLE! Merci!

Wir müssen unaufhörlich navigieren...

Wie können wir in dieser Welt einen "Trailer" des Reiches Gottes schneiden, eine Vorschau dessen produzieren, was noch kommt? Wie kann Gottes Liebe hier und jetzt gezeigt und gelebt werden mit allem, was schon jetzt drin ist? Die gute Nachtricht ist: Es geht! Die schlechte: Es gibt keine Patentrezepte. Genau das macht missionale Gemeindearbeit aus: Gottes Liebe ohne Schema X beweisen. Das versuchen auch die beiden Autoren Alan Roxburgh und Scott Boren mit dem folgenden Abschnitt zu sagen, den ich ganz gut fand: Als wir [die Autoren] in der gleichen Gemeinde in Vancouver arbeiteten, kam ein Paar neu in die Gemeinde, die erst kürzlich aus Südafrika eingewandert waren. Ihre Reise war unglaublich. Sie hatten den ganzen Ozean auf einem sechs Meter langen Segelboot bis nach Amerika überquert, wo sie in einem Hafen North Carolinas an Land gingen. Als sie Südafrika verließen, wussten sie zwar genau, wohin sie wollten, aber der Kurs der Reise war alles andere als vorausschauba...

Und er liebt sie doch...

Und Gott liebt sie doch, diese Welt, gefallen, verdorben und verdreht, wie sie seit dem Sündenfall ist. Schade, dass wir nie sehen konnten, wie die Schöpfung ursprünglich einmal ausgesehen hat, vor diesem sagenumwobenen Sündenfall. Es bleibt unseren kühnsten Phantasien überlassen, sich vorzustellen, wie Äcker und Gärten so ganz ohne Unkraut sein würden, wie Arbeit ohne Schweiß und Stress wäre, welch weibliche Anatomie schmerzfreies Kinderkriegen möglich machte, zu welchen Taten ein T-Rex vor dem Fall in der Lage gewesen wäre und was seine Lieblingsspeise war bevor er dieses Monstergebiss hatte. Für uns ist der tödliche Ausgang jeden Lebens Normalzustand. Für Gott nicht. Er weiß, dass der Mensch das Leben im Vorraum der Hölle selbst gewählt hat. Gott liebt die dort vor sich hin leidenden Menschen und hat alles getan, um zu retten, was zu retten ist, bevor ein korrupter, verbrauchter und ausgebeuteter Planet am letzten Ende der ewigen Müllverbrennung zugeführt wird. Wir brauchen ...

Brüll! Bell! Knurr! Kein Glaube ohne Kirchensteuer! Winsel! Jaul!

Bildunterschrift auf sueddeutsche.de : Die Deutsche Bischofskonferenz unter ihrem Vorsitzenden Robert Zollitsch hat ein Dekret zum Kirchenaustritt verabschiedet. (© dpa) Der heute Artikel der Süddeutschen Zeitung passt ja wohl perfekt zu meinen jüngst geäußerten Gedanken (obwohl es diese Nachricht heute sicher nicht nur in der Süddeutschen gibt). Er besagt schwarz auf weiß, dass allein die katholische Kirche seit 1990 weit mehr als zweimillionen Mitglieder verloren hat - und der Trend hält an. Und er besagt ebenso schwarz auf weiß, dass sie sich außerdem in hartnäckiger Unwilligkeit übt, daraus etwas lernen zu wollen. Wie ein schwer verletzter, aber nicht tödlich getroffener Bär schlägt sie patzig um sich, brüllt, versucht Eindruck zu machen, sich wieder Respekt zu verschaffen. Doch die einst so gefährlichen Zähne der Inquisition sind längst verfault. Wenn die Kirche könnte, würde sie sich kaum schämen, auch heute noch damit zuzubeißen um ihre irdische Macht gnadenlo...

Das nachchristliche Mosaik

Zugegeben, die letzten drei Posts sind wirklich nicht mehr als winzige Mosaiksteinchen, obendrein mit einer subjektiven Interpretation. Andererseits: Es sind eben auch nur drei Steinchen. Die Masse macht's. Im Laufe der vergangenen Jahre habe ich immer und immer und immer wieder erlebt, dass in einer immer größer werdenden Masse der Bevölkerung das persönliche Interesse am Christentum gegen Null geht. Ausnahmen mögen eher kirchlich geprägte Landstriche sein, doch selbst die können den Trend nicht überschminken. Ein Blick auf die europäischen Kirchenstatisktiken der vergangenen Jahrzehnte genügt. Ist der Trend aufzuhalten? Ehrlich gesagt glaube ich: wohl kaum. Er ist bestenfalls zu bremsen. Aber er lässt sich nicht durch hippe Gemeinden mit bühnenreifen Gottesdiensten und coolen Programmen bremsen. Wenn er sich bremsen lässt, dann nur durch Gemeinden, die bereit sind, den schmalen Weg zu gehen. Die mutig wie ihr Haupt sind. Die Jesus folgen, auch wenn es kostet. Solche Gemeind...

Mosaiksteinchen 3: "Nicht immer bloß Weihnachten!"

"Wir wollen die Kinder zu offenen Weltbürgern erziehen!" hieß es am Elterntag zu Beginn des neuen Schuljahres. Das ist wunderbar, und als Eltern sehen wir uns in der außergewöhnlich glücklichen Lage, unsere Kinder auf eine bezahlbare internationale Schule schicken zu können mit einem hervorragenden Konzept und Erfahrungen, die man auf anderen Schulen einfach nicht machen kann. Eine Lehrering erklärt den Eltern, wie sie die oben genannte Aussage in ihrem Unterricht umzusetzen versucht. Unter anderem setzt sie auf die Kompetenz der Eltern, die immer wieder am Unterrichtsgeschehen beteiligt werden können. So habe sie im vergangenen Schuljahr die buddhistischen Eltern einer asiatischen Schülerin eingeladen, ausgiebig von ihrer Kultur und Religion zu erzählen. Auch das ist begrüßenswert, wenn man Informationen aus erster Hand erhält. Etwas stutzig wurde ich erst, als ich hörte mit welch langen Lobeshymnen diese Erfahrung gepriesen wurde, wie eindrücklich, besonders, interessant...

Mosaiksteinchen 2: "Na, du weißt schon, so eine Missionarsfamilie..."

Wieder sitze ich in der Straßenbahn. Bin auf dem Weg zu einem Treffen. Auf dem Sitz hinter mir sitzt eine Frau, Jahre älter als ich, die gut hörbar und offensichtlich mit einer Freundin oder einer guten Kollegin telefoniert. Vor ein paaren Jahren noch hätte ich mir sehnsüchtigst gewünscht, mehr von dem verstehen zu können, was so um mich herum gesprochen wird. Nun kann man teilweise sogar verstehen, was zwischen den Zeilen gesagt wird. Ich vermute, dass diese Dame am Sozialamt oder irgendeiner Beratungsstelle arbeitet, denn die beiden Gesprächspartner tauschen sich vermutlich Geschichten mit ihren Klienten aus. Dann beginnt die Frau hinter mir eine neue Story von "noch so einer", die neulich bei ihr reingeschneit kam. Eine junge Frau, so Anfang zwanzig, ein Sack voller Probleme. Sie kam, wie die Frau erklärte, "naja, du weißt schon, aus so einer Missionarsfamilie. Zwölf Kinder, ständig im Ausland, zuletzt in England", sie konnte gar keine Persönlichkeit entwickel...

Kulturbeobachtungen: Drei Mosaiksteinchen

Christen sollten wissen, woher der Wind weht. Christen in Leitungsfunktionen erst recht. Manchmal muss man sich nur ins Wetter stellen, Finger anfeuchten und hochhalten; schon weiß man, welches Lüftchen weht. Anders gesagt: Manchmal muss man sich nur ins öffentliche Leben begeben und seine Augen und Ohren aufsperren. Hier ist das erste von drei kleinen Mosaiksteinchen, Beobachtungen, die ich innerhalb der letzten Wochen gemacht habe. Ich steige im Zentrum der Stadt aus der Straßenbahn und mir fallen einige Leute auf, die jeder für sich an irgendwelchen Ecken stehen und ein grünes Faltblatt lesen. Etwas später wird mir ebenfalls ein solches Faltblatt angeboten. Neugierig geworden durch die anderen, nehme ich es an. Der Flyer, der sich solchem Interesse erfreut, nennt sich "Einführung in den Islam". Ich packe ihn ein und gehe weiter.  Auf der Brücke über den Kanal fallen mir viele weiße Zettel auf, die auf dem Boden liegen. Auf der anderen Seite der Brücke stehen einige Me...

Willkommen, Juliana! Es lebe TjänaStan!

Herzlich willkommen, Juliana! Wie schon kurz angekündigt, ist Juliana nun hier bei H2O, um uns bei der Weiterentwicklung von TjänaStan zu helfen. Wir sind extrem dankbar dafür! Vor ungefähr zwei Jahren hatten wir angekündigt, dass wir einen Leiter oder eine Leiterin für TjänaStan brauchen, weil das ganze Drumherum zu viel Arbeit für einen Einzelnen erfordert, um es sinnvoll in ein Gemeindegründungsprojekt einzubinden. Wir hatten einige Interessenten für die Aufgabe, doch Juliana hat es gewagt, trotz vieler Ungewissheiten die Herausforderung im Vertrauen auf unseren Herrn Jesus anzunehmen. Wir freuen uns sehr und beten, dass der Herr Julianas Weg und Arbeit segnen wird. TjänaStan wollen wir in Zukunft nicht nur weiter sondern sogar verstärkt durchführen. Es ist Teil der zweiten Ebene unseres Gründungskonzepts, genannt "auslösen" (initiate). Durch TjänaStan wollen wir Gottes Reich proklamieren, uns im Dienen und in der Nächstenliebe üben und dadurch Neugierde und Interesse...

Fastenbrechen

Schon als ich noch in Ingolstadt lebte, bin ich in den letzten Jahren mehr oder weniger regelmäßig in eine Moschee gegangen, um Muslime zu treffen und mehr über den Islam aus erster Hand zu erfahren. Eine Sache, die ich dabei z.B. mitbekam war, dass das Fastenbrechen nach der Fastenzeit ein großes Fest ist, ähnlich dem christlichen Weihnachten. Seither hatte ich mir gewünscht, einmal auf einem solchen Fest dabeisein zu können. Obwohl der Fastenmonat dieses Jahr schon vor ein paar Wochen abgeschlossen wurde, hatte ein lokaler Kulturverein zu diesem Zeitpunkt keine geeigneten Lokalitäten mehr anmieten können. Deshalb holte man es an diesem Wochenende nach - und während Karen und ich am vergangenen Samstag wieder einmal "Medvandrare" bei unserem Partner Reningsborg waren (am Samstag war außerdem 20-jähriges Reningsborg-Jubiläum mit viel Torte und Rabatt und extra vielen Kunden) erhielten wir eine Einladung zum Fastenbrechenfest! Das war eine große Ehre für uns, und für mich ob...

Erste "Jahresversammlung"

Mit der H2O Vereinsbildung kommen auch gewisse Pflichten. Zum Beispiel eine "Jahresversammlung", wie es hier heißt. Was in meinen Ohren wie eine hallenfüllende Großveranstaltung klingt, sind bei H2O nur ein paar Hanserl. Wir halten die offiziellen Mitgliederzahlen zumindest jetzt am Anfang so klein wie möglich, auch aus dem Grund, um den administrativen Aufwand so winzig wie eben möglich zu halten. Außerdem möchten wir uns erst klar darüber werden, wie wir "Gemeinde" organisieren wollen. Über die Frage, ob Gemeinde wie ein Verein oder eine Firma oder ganz anders geführt und organisiert sein muss, mache ich mir schon sehr lange Gedanken (siehe z.B. hier) . Nun, wo H2O in die vierte Phase des Missional-Action-Planes* eindringt, wird die praktische Umsetzung aktuell. Wir haben einige Modelle als Ideen entwickelt, müssen diese aber noch weiter bearbeiten, schleifen, evt. kombinieren. Diese Aufgabe steht für uns als Leitung nun an: Was haben wir aus Erfahrung gelernt und...

M vier

M 4 ist der Name eines neuen, norwegischen Mentoringprogramms für Gemeindegründungsteams, und es steht für die vier M-Worte Meister (Jesus), Mission, Multiplikation, Movement (Bewegung). Unsere schwedische Partnerdenomination EFK möchte (zusammen mit zwei weiteren Denominationen) mit Hilfe dieses Programms wieder neu in die Gründung neuer Gemeinden investieren und hat das ganze Material ins schwedische übersetzt. Dabei hat man mich gefragt, ob ich mir vorstellen könne, Mentor für ein oder zwei Projekte zu werden, sofern sich welche finden. Da man mir sogar eine geringe Entlohnung dafür anbot und der Eurokurs immer noch sehr, sehr schlecht ist, nahm ich das Angebot an. Bislang bestand meine Aufgabe nur darin, das ganze Material durchzusehen und an zwei Trainingstagen teilzunehmen. Der zweite war vergangene Woche. Hier lerne ich nicht nur etwas norwegisch (der Leiter ist Norweger) sondern auch einige neue Menschen kennen, die meisten irgendwelche überregionalen Leiter und Entscheidungstr...

Gottes "Morgen"

Über das Morgen sagt Gott zu uns, seinen Kindern und Nachfolgern, vor allem eins: Macht euch keine Sorgen. Morgen mögen viele Dinge geschehen, über die du dir heute noch keinen Kopf zerbrechen brauchst. Es ist schlimm genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat. Das Gewicht des heutigen Tages ist gerade schwer genug, um es heute zu tragen, der morgige Tag wird nicht leichter, wenn du ihn schon vor seiner Zeit auf deine Schultern laden wirst. Auch morgen wirst du wieder Manna oder Wachteln sammeln dürfen. Du darfst natürlich gerne Pläne machen, träumen, vorbereiten und gestalten, denn das ist Meine kreative Natur, die Ich in dich als Mein Ebenbild gelegt habe. Doch lass dich nicht von deinen Plänen diktieren, sondern bleibe stets flexibel. Wenn Ich will, wirst du leben und dies oder das tun. Kümmere dich vor allem um das, was dir gerade jetzt vor die Füße und in die Hände gelegt wird. Übe dich darin, Mir heute nachzufolgen, jetzt die richtigen Entscheidungen zu treffen in Dankba...

Gottes "Heute"

Gott steht über der Zeit, tausend Jahre sind wie ein Tag für ihn - und umgekehrt. Bei uns Menschen ist das anders. Wir wurden vom Zeitlosen bewusst in die vierte Dimension hineingeschaffen. Zeit ist nichts sündiges und auch keine Folge des Sündenfalles, es ist also kaum damit zu rechnen, dass Gott die Zeit abstellen wird, wenn wir nach diesem Leben zu Ihm kommen werden. Die Ewigkeit werden wir buchstäblich als eine solche empfinden, als eine endlose Reihe von Stunden, Tagen, Monaten, Jahren. Das Schöne wird sein, dass es für die Geretteten kein Leid oder Langeweile geben wird, es wird nichts mehr geben, was "endlich" einmal aufhören möge. Anders als in diesem Leben. Hier gibt es viel, das uns zusetzt, das gelindert gehört, wir uns wegwünschen. Manche erleben so viel davon, dass sie ihrem Leben sogar freiwillig ein Ende setzen, die Endlichkeit scheint für sie die vermeintlich letzte Hoffnung zu sein. Diese Dinge sind allerdings in der Tat eine Folge des Sündenfalls. Und ...

Nur nicht vom Kurs abkommen!

(Grafik: ECB) Als wir vor über drei Jahren unseren letzten Budgetplan erstellten, gingen wir von einem Wecheslkurs von knapp 10,5 aus, d.h für z.B. 1000EUR sollten rund 10500 Kronen auf unserem schwedischen Konto ankommen. Alle wissen, dass es dem Euro gerade nicht so gut geht, und in diesem Monat werden wir für denselben Betrag kaum mehr als 8000 Kronen bekommen. Es wäre zwar für uns zur Zeit extrem billig, in Euros einzukaufen, allerdings nicht, wenn man gerade vorher über 20% des Einkommens einfach so mir nix dir dix abgezogen bekommen hat. Natürlich müssen wir uns zwar Gedanken machen, wie wir das als Familie langfristig lösen können, denn die Schmerzgrenze ist bei sonst steigenden Lebenskosten und gestrichenem Kindergeld für Ole schon längst überschritten - aber bis jetzt können wir zwei Dinge mit Fug und Recht behaupten: Erstens, Gott ist gut und zweitens, Er hat uns bisher trotzdem versorgt. Aus irgendwelchen Gründen haben wir seit Monaten die Gnade erhalten, die Eurokrise r...

Start ohne Nachbrenner

(Foto: Wikipedia) Manche Menschen sind wie Düsenjäger. Kraftvoll, agil, dominant, stets einsatzbereit. Manche Berufschristen auch. Immer auf dem richtigen Kurs, donnernde Predigten, auf Friedenseinsätzen in Konfliktzonen. Viele Profichristen wünschen sich genau so zu sein. Die Tanks mit Heiligem Geist gefüllt, damit jederzeit der Schub nach vorne aufgedreht werden kann und es mit übernatürlicher Energie voll abgeht. Nach dem vergangenen Sommer kann ich das von mir allerdings nicht behaupten. Mein Start in die neue Saison sah eher so aus: (Foto: Wikipedia) Ich kann nicht sagen, ob mein Tank voll oder leer ist - ist weiß grad gar nicht, ob ich überhaupt einen habe... Stattdessen hänge ich mich lieber an und folge nach, wohin ich gezogen werde. " Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden ."  Auf diese Weise kann man auch ganz schön weit kommen...