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M vier

M 4 ist der Name eines neuen, norwegischen Mentoringprogramms für Gemeindegründungsteams, und es steht für die vier M-Worte Meister (Jesus), Mission, Multiplikation, Movement (Bewegung). Unsere schwedische Partnerdenomination EFK möchte (zusammen mit zwei weiteren Denominationen) mit Hilfe dieses Programms wieder neu in die Gründung neuer Gemeinden investieren und hat das ganze Material ins schwedische übersetzt. Dabei hat man mich gefragt, ob ich mir vorstellen könne, Mentor für ein oder zwei Projekte zu werden, sofern sich welche finden. Da man mir sogar eine geringe Entlohnung dafür anbot und der Eurokurs immer noch sehr, sehr schlecht ist, nahm ich das Angebot an. Bislang bestand meine Aufgabe nur darin, das ganze Material durchzusehen und an zwei Trainingstagen teilzunehmen. Der zweite war vergangene Woche. Hier lerne ich nicht nur etwas norwegisch (der Leiter ist Norweger) sondern auch einige neue Menschen kennen, die meisten irgendwelche überregionalen Leiter und Entscheidungsträger.

Ich halte das Material für durchweg sehr gut. Man versucht mit Schulungsvideos, auf denen kompetente Lehrer fundierte und relevante Lektionen halten, die Teams zu motivieren und zu schulen. Das Lehrbuch ist das einzige, das derzeit auf schwedisch zum Thema Gemeindegründung erhältlich ist, damit kann ich es auch für meinen Kurs bei ALT verwenden.

Skeptisch war ich allerdings beim Thema "Multiplikation", als man ernsthaft sagte, eine Pioniergründung werde in 3 Jahren eine selbstständige Gemeinde hervorbringen, welche in wiederum 3 Jahren die erste Tochtergemeinde gegründet habe usw. Dies werde unweigerlich zu der angestrebten "Movement" (Bewegung) führen, welche in Folge ein ganzes Land ergreifen werde. Dies ist mehr als wünschenswert und theoretisch ja auch möglich. Wenn wir das aber so lehren und erwarten, produzieren wir jedoch keine Movement, sondern langfristig nur ausgebrannte und enttäuschte Mitarbeiter. Der Acker, den wir bestellen sollen, wird vom Feind sukzessiv asphaltiert, und heutzutage stehen ihm viele Teermaschinen zur Verfügung. Wir brauchen deshalb Mitarbeiter, die sich mit Bagger, Spitzhacke und dann mit einen Pflug heranwagen, und die nicht so schnell aufgeben. Wer glaubt, auf dem neuasphaltierten Parkplatz wachse der Samen genausogut wie auf dem Acker, der hier vorher war, wird wohl enttäuscht werden. Neue Gemeindegründer brauchen Kreativität und Durchhaltevermögen, auch wenn sich uns Hindernisse in den Weg stellen.

Ich hatte das Gefühl, meine Skepsis kam in der Runde nicht ganz so gut an. Aber das macht nichts, wir werden wohl noch mehrere Gelegenheiten finden, das weiter zu diskutieren.

Der Heimweg hat dann obendrein aufgrund einer unerwarteten, blutigen Überraschung auch noch viel länger gedauert als erwartet... Aber: Auch wenn ich viel langsamer war als erwartet, ich bin schließlich doch am Ziel angekommen!

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