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Posts

Dann wird mein Zorn entbrennen...

Ich weiß ja nicht, ob jemand den Text aus 2Mose 22,21 nach- oder weitergelesen hat. Ich hatte diesen Vers in meiner Mitteilung an CA Europa zitiert. Dort heißt es nämlich, dass wir "die Fremdlinge weder bedrängen noch bedrücken" sollen, denn wir sind selbst Fremdlinge in Ägypten gewesen. Mit anderen Worten: Aus Lebensgefahr und Unterdrückung in Sicherheit und Freiheit zu kommen, ist Evangelium, ist gute Nachricht. Mit der Befreiung Israels aus der Sklaverei in Ägypten lehrte Gott eine endrückiche Lektion des Evangeliums. Scheren wir uns nicht darum, haben wir mit Folgen zu rechnen: Gott wird das Schreien der Unterdrückten nicht nur hören, sondern erhören. Gott wird diesem Unrecht nicht tatenlos zusehen. Er macht sich auf, die Peiniger seiner Schutzbefohlenen heimzusuchen. Gott ist die Einhaltung dieses Gebots sehr ernst. Und dann wird sein Zorn entbrennen. Es ist ein wahrer Höhehepunkt in der Reaktion Gottes, aber ein solcher, den man lieber nicht erleben möchte: aph...

Mitteilung an CA in Europa

Diese Mitteilung war überfällig - aber jetzt ist's gesagt. Wenn auch in Englisch. Und ohne Untertitel.

Trauer in Trollhättan

Er war erst 21. Laut Polizei folgte er einem gut bekannten Muster. Still und unauffällig, manchmal vielleicht etwas zu still und etwas merkwürdig, aber sonst ruhig und nett. Doch innerlich gärt ein Hass auf irgendetwas. Manchmal gibt es Signale darauf, dass tief drinnen etwas nicht stimmt, doch diese Signale sind selten so deutlich, dass sie wirklich ernst genommen werden. Manchmal gibt es keine solchen Signale. Dann ist es zumindest für die Polizei unmöglich, etwas im Voraus zu erahnen. An die 5000 Menschen nahmen an der traurigen Manifestation gegen Gewalt und Fremdenhass teil. Auch H2O. Letzte Woche vor den Herbstferien. Für den Schweden war es dann so weit. In den Tagen vor dem Schlag zieht er sich einschlägige Naziseitenseiten an, hört rechtsextreme Musik im Netz, achtet genau auf die Texte, klickt "like". Am Donnerstagmorgen zieht er einen Nazihelm, eine Maske und einen Darth-Vader-Mantel an. In der Schule angekommen, glauben die Schüler zuerst, dies sei ein Hall...

Im Protest aufrecht stehen

Vor wenigen Tagen tweetete der bekannte deutsche Theologe Jürgen Moltmann: Mir gefällt diese Erinnerung im Angesicht einer sich bekriegenden und gegenseitig niederbrennenden Welt. Ich wusste nicht, dass Moltmanns Zitat zwei Tage später eine ganz besondere Bedeutung sollte. In Kronogården, einem Stadtteil Trollhättans, eben der Teil, in dem unsere CA-Kollegen wohnen, richtete ein 21-jähriger Schwede in einer Schule ein Blutbad an und stach mit seinem Schwert mehrere Menschen in der Schule nieder. Zwei junge Menschen starben, mehere liegen lebensgefährlich verletzt im Krankenhaus. Alle Opfer sind Ausländer, die Schule ist eine der ausländerreichsten in Trollhättan. Der Täter wurde von der Polizei niedergeschossen und erlag später den Schussverletzungen. Die Nachrichten und die Bilder schmerzen; die Tatsache, dass unsere Freunde einige auf der Schule persönlich kennen, macht es nur noch schlimmer. "Die ganz Welt ist ein Scheißhaus", kann ich nur immer wied...

Die Zukunft planen

Erstmal ein dickes Dankeschön an alle, die an uns denken und für uns beten, auch wenn für einige Zeit nicht viel auf diesem Blog passiert. Die letzten Wochen waren intensiv und gefüllt. Diese Zeilen schreibe ich am Ende des Herbsttreffens unseres Leitungsteams. Das Team lebt verstreut in ganz Europa. Wenn man sich sonst nur online trifft - was ein extremer Vorteil ist, den die meisten Generationen vor uns nicht hatten - so braucht man trotzdem (oder erst recht?) immer wieder Gelegenheiten zur persönlichen Begegnung. Zweimal jährlich schaffen wir also Treffen zum Reden, Planen, Spaß haben und zum Neutapezieren irgendeinens Raums mit Flipchartblättern und Post-it-Zetteln. Seit Linus, Gründer und langjähriger Leiter von CA die Organisation in andere Hände übergeben hat, ist CA durch einige Veränderungsprozesse gegangen. Einer davon ist der nicht ganz einfache Übergang von einer überwiegend amerikanischen Organisation, die anfangs nur englischsprachige Gemeinden gründete, zu eine...

Missionale Mutproben

Warum wir diese neue Zwiebelskala im Gegensatz zur alten Engelskala entworfen haben, steht hier . Die geistliche Reise heutiger Menschen entspricht schon lange keinem Lineal mehr, wo alles geradlinig, eindimensional und messbar verläuft. Viel zu komplex und unübersichtlich ist unser Leben geworden. Die heutige geistliche Reise entspricht vielmehr einer Zwiebel: Dreidimensional, mal größer, mal kleiner und vor allem hat sie viele Schichten. Der gemeine Durchschnittschrist kommt in der Regel immer nur mit der äußersten Zwiebelschicht seiner Mitmenschen in Berühung. Allzuoft müssen wir uns damit zufrieden geben. Vielleicht müssen wir's auch nicht, tun's aber trotzdem. Doch manchmal kommen wir eine Schicht tiefer: Auf dem Betriebsausflug, dem Straßenfest mit Nachbarn oder einer gemeinsamen Autofahrt lernt man neue Seiten seines Gegenübers kennen. Missionarisch gesinnte Gemeindechristen beginnen dann bald zu überlegen, wie man diesen Menschen in den Gottesdienst einladen kö...

Pfeil in der Kirche

Vielleicht sollten wir ja in Zukunft gleich ganze Gemeindehäuser verstecken. Denn wer weiß schon, wer sie alle sehen könnte? Eine Stockholmer Bischöfin hat den Vorschlag gemacht, "bei Bedarf" die christlichen Symbole in der Kirche zu verstecken und durch einen Pfeil nach Mekka zu ersetzen. Das solle ein "Service" für die anderen Religionen sein. Ich halte das natürlich für einen phantastischen Vorschlag! Auf diese Weise bekommt man nämlich jede Menge Buddhisten, Hinduisten und Atheisten in die Kirche, weil die ja nicht wissen, wo Mekka ist und schon lange auf einen solchen Service gewartet haben. Der Bedarf ist also in jedem Fall gegeben. Mir war es auch neu, dass es in Schweden Lotterien geben muss, wo man einen theologischen Abschluss ganz ohne Kenntnis von theologischen Zusammenhängen, Weltreligionen oder Kirchengeschichte gewinnen kann. Und man mit diesem Gewinn sogar noch echte Karriere machen kann. Ich werde mir gleich ein Los besorgen. Vielleicht kan...

Psalm 123

1 Ich hebe meine Augen auf zu dir, der du im Himmel wohnst.  Das tun wir hoffentlich immer wieder, denn die Augen sind das Fenster zur Seele. Unser Innerstes wird mit dem gefüllt, worauf wir sehen. Auch wenn das Sehen auf den Herrn für viele Christen nur noch im Gottesdienst geschieht, immerhin ist es regelmäßig. 2 Wie die Augen der Knechte auf die Hände ihrer Herren sehen, wie die Augen der Magd auf die Hände ihrer Frau, so sehen unsere Augen auf den Herrn, unseren Gott, bis er uns gnädig werde. In Gemeindevokabular sprechen wir zwar oft von "Herr", aber es scheint, niemand versteht heute noch annähernd, was "Herr" bedeutet. Wann haben wir schon mal in so totaler Abhängigkeit gelebt, wie diese Knechte und Mägde? Ausgeliefert, wartend, hoffend, genau beobachtend, und da ist nichts, gar nichts, was wir selber tun könnten. Wir sind machtlos, der Herr entscheidet ganz allein, ob, wann, und wieviel er austeilt. Nein, das kennen wir nicht mehr - wir können heute ...

Gebetsanliegen des Monats

Geschichte in der Seele

Gustav Vasa wurde 1527 zum Oberhaupt der schwedischen Kirche eingesetzt - und der Papst damit abgesetzt. Alle Schweden waren fortan per Gesetz lutherisch. Wer das nicht wollte, wurde des Landes verwiesen. Anknüpfend an den vergangenen Blogpos t könnte man sich fragen, warum prostchristliche Menschen, die nie was mit Glauben zu tun hatten, sich nach der Bekehrung in "herkömmlichen", traditionellen Gemeinden wohler fühlen.  Dieses Jahr kam eine interessante Studie heraus, die einen Hinweis geben könnte. Abgesehen davon, dass wir nicht nicht wissen, ob die Neubekehrten nicht vielleicht doch aus der traditionellen sozialen Kartoffel kommen und wir außerdem davon ausgehen müssen, dass die meisten sich der Gemeinde anschließen werden, die sie zum Glauben geführt hat, spielt wahrscheinlich unser tiefstes Seelenleben eine größere Rolle, als man meinen will. Der Religionshistoriker David Thurfjell geht in seinem neu erschienenen Buch vom "gottlosen Volk" - d...

Missional kontra attraktional?

"Kannst Du mir noch die Adresse schicken, wohin ich morgen kommen soll?" schrieb ich diese Woche dem neuen Studenten. Zu Beginn jedes Semesters muss ich alle meine 12 Studenten in ihren Praktikumsgemeinden besuchen und ihren Mentor treffen. Per Sms kam folgende Antwort: "Weiß nicht genau. Hausnummer 1, glaub ich. Park einfach neben der Kirche." Es ist nicht immer leicht, all die Gemeinden zu finden, manche haben noch nicht mal eigene Lokale. Meine Abenteuerlust gab sich aber zufrieden und ich begab mich auf eine Tagestour, um mehrere Studenten samt ihren Mentoren im Göteborger Umland zu besuchen. Als nach vielen Kilometern und Gesprächen vor mir die Stadt auftauchte, in der ich Hausnummer 1 suchen sollte, bot sich mir folgendes Bild: Dieser Parkplatz sollte ganz ohne GPS zu finden sein, dachte ich bei mir und war zugegebendermaßen etwas überrascht. In Kirchen dieser Größe verkehre ich eher selten. Ein glücklicher Student und ein ebenso glückicher Mentor hieße...

Am Bahnsteig gestrandet

Foto: © Gabriella Gothberg | Dreamstime.com Noch eine gute halbe Stunde bis mein Zug geht.  Ich begebe mich auf den menschenleeren Bahnsteig mit Blick auf einen glitzernden See. Meine Augen sehen sich nach einer Bank in der Sonne um, wo ich nach mehreren Tagen pausenloser Begegnungen in Ruhe mein Buch lesen möchte. Doch mein Blick erspäht die Konturen eines Hühnen mit Hut, der neben der Bank meiner Wahl aus dem Schatten tritt. Wie im Film kommt ein Schwarzafrikaner langsam aber zielstrebig auf mich zu.  Ich spüre sofort, dass hier irgendwas nicht stimmt. Er bleibt etwas auf Abstand stehen und fragt, wohin ich reise. Wann der nächste Zug gehe. Tritt einen Schritt näher. Augen und Hände verraten, dass er aufgeregt, nervös, fast schon ängstlich ist. Ich frage nach dem Ziel seiner Reise. Er will nach A. Das liegt genau auf meiner Strecke. Doch er sei in F. den falschen Zug gestiegen. Er habe auf dem Bahnsteig einen Anruf bekommen. Er habe telefoniert. Wieder blitzt Angst ...

Fliegend zu den Holländern

Crossroads Den Haag ist die erste und bislang einzige CA-gegründete Gemeinde, die einen katholischen Kirchbau übernommen hat. Eines meiner Ziele für CA in Europa ist, noch mehr Zusammengehörigkeitsgefühl und Teamgeist zwischen unseren Gemeinden Europas zu schaffen. Das gilt allen Gemeinden und missionalen Initiativen der CA-Familie, insbesondere aber für die älteren, mittlerweile selbstständigen und recht etablierten Crossroadsgemeinden, die noch der "prä-missionalen Epoche" angehören. Und diese haben sich in der ganzen missionalen Diskussion manchmal ausgeschlossen gefühlt. Das soll und darf nicht sein, finde ich. Schließlich gehören wir alle demselben Herrn. Bei Gemeinden ist es wie im echten Leben mit echten Menschen - das meiste geht nur über Beziehungen. Und die können gut oder schlecht laufen. Gute Beziehungen sind meistens solche, die von Liebe und gegenseitigem Interesse gekennzeichnet sind. Und als ich hörte, dass bei einer unserer älteren in Holland gegründete...

Neue Runde

Und wieder einmal geht es in ein neues Semester: 150 Theologiestudenten aus dem ganzen Land versammelten sich diese Woche zum jährlichen gemeinsamen Semesterstart. Es war mir wieder einmal eine Ehre, dabei sein zu dürfen und es ist mir eine große Ehre, bei allem, was ich tue, die Gemeinde der Zukunft mitgestalten zu dürfen.

Unterdessen bei H2O...

H2O-Teamtag am vergangenen Sonntag. (Foto: Johannes Andersson) Auch bei H2O entwickeln sich die Dinge weiter. Vorgestern hatten wir einen ganzen Teamtag, um die kommende Saison zu besprechen. Wir konzentrieren uns immer noch stark auf's "Verzweigen", einer der sechs dynamischen Elemente des Missional Action Plans. H2O hat sich schon einmal geteilt, indem wir 2014 Familie Molgaard ausgesandt haben um Logos weiterzuentwickel, einem missionalen Projekt im Zentrum Göteborgs. Logos trifft sich regelmäßig in Pubs und Cafés, doch am vergangenen Samstag weihte Logos eigene Räumlichkeiten ein, wo man in Zukunft tiefgehendere Gespräche oder Kurse anbieten kann. Im kommenden Herbst wird H2O sich zum zweiten Mal teilen: Zwei Familien werden jede zweite Woche ein Treffen in Rannebergen, einem Stadtteil Angereds veranstalten. Für so eine kleine Gruppe wie H2O ist Teilung zwar immer ein schmerzhafter Prozess, aber wie bei einer Massage ist es ein guter Schmerz. Und zurückblickend...

Machtspielchen

Und der Herrscher der Welt, der ganzen Schöpfung sogar, so mächtig, dass er seine Feinde nicht mit Bomben, sondern einem kleinen Hauch aus seinem Mund besiegt, der hat sich als Vorboten seiner Macht keine weißen Strahlemänner und Powerfrauen ausgesucht. Als Abgeordnete seines himmlischen Parlamentes und Botschafter der Politik seines kommenden Reiches wählte er ausgerechnet das Schwächste und Minderwertigste, das er finden konnte: Die Armen, die Kranken, die Kinder, die Depressiven, die Einsamen, die Hoffnungslosen und Verzweifelten - kurz alle, die es in irdischen Reichen zu nichts bringen werden. Und hier kommen wir Menschen ins Spiel. Der Herrscher sucht das Verlorene, Schwächelnde, Verzweifelte. Ihnen zeigt er sich nicht als glänzender König, sondern als armer Schafshirte. Und doch spürt jeder, der in trifft, dass mit diesem Hirten etwas anders ist. Er hat außergewöhnliches Charisma, aber er ist nicht bedrohlich. Schritt für Schritt baut der Hirte die Schwachen auf, überlässt ...

Gebetsanliegen des Monats

Es wird regiert!

  Pfeifenraucher Karl Barth    (Foto: fumeursdepipe.net)  "Nur nicht die Ohren hängen lassen! Nie! Denn es wird regiert." Diese Worte soll der weltberühmte Theologe Karl Barth am Abend des 9. Dezembers 1968 zu seinem Freund gesagt haben. Am folgenden Tag wurde Barth zum regierenden Herrscher gerufen. Es wird regiert. Barth wusste, was er meinte. Er hatte zwei Weltkriege erlebt, hatte mit Bonhoeffer in Kontakt gestanden. Er wusste, dass weder Despoten noch Königen noch Kanzlern die wahre Macht zu Eigen ist. Die wahre Macht gehört dem, der über allem steht, der die Welt zum Fußschemel macht. Die Bibel ist vollgespickt bis zum Überlaufen vom Machtanspruch Gottes und demjenigen, dem Gott auf eigene Entscheidung hin die volle Macht und Autorität überlassen hat: Seinem Messias, bekannter als Christus. Die Sprache der Bibel zeugt unmissverständich von einer gewaltigen und geradezu furchteinflößenden Macht. Die eigentliche Bedeutung der Worte "Messias", ...

Himmlische Politik

"Du bist Petrus und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen." Über Mt 16,18 lässt sich viel rätseln und diskutieren, doch eins ist unbestritten: Hier wird ein neues Wort eingeführt, eines, das in der Bibel bislang noch keine Verwendung fand, doch fortan ein sehr große Rolle spielen wird: das Wort Gemeinde .  Gemeinde. So übersetze Luther das neue Wort aus Jesu Mund. Nun ist das so eine Sache mit Sprache und Wörtern. Wenn ich z.B. "Auto" schreibe, ist es leicht, sich das Richtige  vorzustellen. Schreibe ich hingegen "Fierpe" oder "Stroß", woran denkst du dann? Neue Wörter sind weder mit Bedeutung noch Geschichte gefüllt. Achte nur mal drauf, was vor deinem inneren Auge abgeht, wenn ich ein gut bekanntes, frommes Wort wie Gottesdienst schreibe!  Das ist genau der Grund, warum H2O keine " Gottesdienste " veranstaltet. Für knapp 100% der einheimischen Bevölkerung ...

Zuckergussjesus

Wahrscheinlich würde niemand ernsthaft Jesus als Gartenzwerg im Blumenbeet aufstellen (oder?!). Tatsache ist aber, dass wir ihn schneller zu einem Gnom verkommen lassen, als uns lieb oder bewusst ist. Postchristliche Zeiten haben ihre Tücken. Aber auch unerwartete Vorzüge. Nimmt der Wasserstand im See ab, kommt ans Licht, was verdeckt war. Wir werden uns blinder Flecken bewusst. Heute möchte ich über einen solchen Fleck schreiben. Je länger ich mich mit "missionaler Evangelisation" in postchristlichen Zeiten auseinandersetze, desto mehr fällt mir auf, wie sehr wir Evangelikalen Jesus im Laufe der Zeit verniedlicht haben. So sehr, bis vom König der Könige nicht mehr als eine süße Verzierung des Lebens übrig geblieben ist. Diese schrittweise Degradierung des Herrn ist historisch gesehen durchaus nachvollziehbar, und ich mache niemanden einen Vorwurf daraus. Dennoch müssen wir überlegen, wie Jesus den Platz zurückbekommt, der ihm gebührt. Ich beginne mit der Reformat...

CA CONNECT 2015!

Live im Blog. Über diesen Blogpost könnt Ihr in den nächsten Tagen unsere beiden Konferenzen Leadership Summit und CONNECT mitverfolgen. Einfach immer wieder auf denselben Post klicken (diesen hier) - er aktualisiert sich automatisch mit allen möglichen neuen Beiträgen aus Facebook, Twitter, Instagramm & Co. Die neuen Beiträge finden sich UNTEN im Post - also einfach über das gestern Gelesene herunterscrollen.  Und weil's so ein wichtiges Thema dieses Jahr auf CONNECT ist, bitte beten nicht vergessen!  Ach ja, noch was: Klickt gerne auf das kleine Herzchen ganz oben. Auf diese Weise bekommen wir ganz einfach ein bisschen mehr Aufmerksamkeit im Netz. DANKE! [ View the story "Prague CA Europe Connect 2015: Credible Communication of the Incredible Gospel" on Storify ]

Spaß am Leiten

"Nur, wer selbst brennt, kann in anderen Feuer entfachen", soll Augustinus gesagt haben. Recht hatte er. Der Mensch liebt es, inspiriert und geführt zu werden. Deswegen folgen alle Menschen gerne einem guten Leithammel. Wir Deutschen bekommen zwar gemischte Gefühle, wenn wir einem Führer folgen sollen. Die ersten Vorschläge zu "Leiter" im Synonymwörterbuch sind "Alte", "Boss", "Chef" und Hauptfigur. Das zeigt auch, dass wir in Leitern eher dominante Positionen sehen als inspirierende Mitmenschen. Bei CA wird Leitung und Leiterschaft groß geschrieben. Alle Jahre wieder treffen sich alle unsere Leiter plus einige Gäste zum sogenannten " Leadership Summit ", zu deutsch (gemäß Google) Leadership Summit. In diesem Jahr geht es um die fünf Praktiken des weltweiten Dauerbestsellers " The Leadership Challenge " (Herausforderung Leiterschaft). Die beiden Autoren des Buches haben in jahrerlanger, internationaler Forschungsar...

#TMSIDK

Das ist onlinesprache, und gäbe es diese Kürzel auf Deutsch hieße es wohl #EMMWN, denn es steht für "Erzähl mir mal was Neues" oder " Tell Me Something I Don't Know ". Das ist das Thema unserer diesjährigen CA-Europakonferenz "Connect": Credible Communication of the Incredible Gospel " - glaubhafte Kommunikation des unglaublichen Evangeliums. "Evangelisation" ist nämlich dabei, fast schon ein peinliches Wort zu werden. Klassisch gesehen, weiß jeder Christ, dass man evangelisieren sollte, doch in der Praxis tut man es nie. Es wird den Profis überlassen, den begabten "Evangelisten". Die missionale Bewegung betont deswegen, dass man das Evangelium ausleben muss, indem man Jesus und Gottes Reich bewusst verkörpert. Und denen, die das wagen, gelingt es auch erstaunlich gut. Doch irgendwann kommt für jeden mal der Punkt, wo man - wie Jesus übrigens - nicht nur leben, sondern auch reden muss. Und siehe da, es herrscht Sprachlosigkei...

Gebetsanliegen des Monats

"Organisierte Säkularisierung"

Man kann auch versuchen, der Säkularisierung auf die Spur zu kommen, indem man sich die organisierte Religionszugehörigkeit in Form von Mitgliedschaftszahlen oder Gottesdienstbesuch etwas näher ansieht. Auch hier begrenze ich mich der Einfachheit halber wieder auf unser Gastland Schweden. Ab 1873 durfte man also aus der Staatskirche austreten. Bis dahin waren stolze 100% der Bevölkerung Mitglied dieser Kirche. Das ist wirklich beeindruckend. Ungefähr 60 Jahre später waren immer noch 99,7% aller Bürger Mitglied. Die fehlenden 0,3% waren Juden, Katholiken und Orthodoxe. In den kommen 40 Jahren sank die Mitgliedschaft auf 95,2% (1972). Im Jahr 2000 waren immer noch 82,9% Mitglied, nach der neuesten Statistik waren 2014 noch 64,6% aller Einwohner Schwedens Mitlied der Svenska Kyrka. Derzeit sinkt die Zahl jährlich um ca. 0,6% (d.h. 0,8% treten aus, 0,2% treten ein). 1930 waren alle Freikirchler auch Mitglied in der Staatskirche. Dies hat sich etwas geändert, Doppelmitgliedschaft ...