Direkt zum Hauptbereich

31. August 2007

der Tag, an dem wir nach Meinung unseres Vermieters spätestens ausziehen müssen. „Ab Samstag werden wir auf der Straβe wohnen“, versprach er. Er werde kommen, und es uns persönlich beibringen, kündigte er an. Seine bisher letzten Worte an uns war die Drohung, dass er zu einer Zeit kommen werde, wenn wir nicht mit ihm rechnen. Zwei Telefonate endeten mit solchen Aussagen, auf die er unmittelbar auflegte. Seither ist nichts passiert. Wir versuchen, die Angelegenheit so gelassen wir möglich zu nehmen, gehen wie gewohnt in unsere Sprachkurse oder unseren Terminen nach, machen zu Hause alles wie immer. Ein gewisses Unbehagen macht sich aber dennoch bemerkbar, die Haustür ist nun ständig abgeschlossen, jedes sich dem Haus nahende Auto wird abwartend wahrgenommen. Wir nehmen an, dass er heute noch nichts machen wird. Was ab dem 01. September passieren wird, stellt sich bald heraus. Vielleicht ist alles nur Bluff. Vielleicht auch nicht. Wir vertrauen uns der schützenden Hand unseres Schöpfers an, und in dieser Lage lässt mich Ps 46 immer wieder schmunzeln, den Luther so schön fröhlich übersetzt hat: „Gott ist unsere Zuversicht und Stärke…Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge…Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben…Gott ist bei ihr drinnen, darum wird sie festbleiben; Gott hilft ihr…Die Heiden müssen verzagen…, wenn er sich hören lässt. Der Herr Zebaoth ist mit uns, der Gott Jakobs ist unser Schutz.“ So sei es.

* * *

Today ist he day we are supposed to move out – according to the conviction of our landlord. “From Saturday on you’ll live on the street” he promised. “I will come and convince you personally!” he announced. And he threatened us by saying “I will come at a time you won’t expect me!” In the meantime nothing happened. We try to take it as easy as possible, go about our daily businesses like language class or meetings, doing daily life as usual at home. Yet we sense a certain uneasiness in us, now our front door is locked, we notice every approaching car to our house and see what happens. We suppose he won’t do anything in August, but we don’t know what we will do in September. Maybe everything what nothing but bluff, maybe not. We trust the mighty hand of our creator, and we pray Ps 46. Amen, so it be.

Kommentare

Anonym hat gesagt…
Hi Karen & Marcus,
I am praying for you and the children. The Almighty God is with you.
Anonym hat gesagt…
Hallo Karen, Marcus und family,
wir denken an Euch und beten für Euch. Ist Gott für uns,wer kann sich dann wider uns stellen?!
Alles Liebe,
Jan und Kristina

Beliebte Posts aus diesem Blog

Gemeinde - ein Verein oder eine Firma?

Bald ist wieder GLS-Zeit in Schweden. GLS heißt Global Leadership Summit und ist nichts anderes als Willow-Creeks jährliche Leiterkonferenz. In Schweden wird GLS in den Großstädten angeboten als eine halb Live, halb aufgezeichnete Veranstaltung. Unser Partner Saron ist Treffpunkt für alle Gemeindeleiter im Göteborger Raum. Natürlich werde auch ich wieder da sein, nicht zuletzt, um andere Gemeinden zu treffen und um getroffen zu werden. Nun habe ich selbst meine Leiterausbildung in den USA absolviert und weiß, dass die Amis hier sehr viel Gutes zu sagen haben. Ich weiß auch, dass die Deutschen in Sachen Menschenführung und Leitung deutlich mehr Nachholbedarf haben als die Schweden. Und so begeistert ich von vielen Dingen auch immer noch sein mag, ein paar Fragen wollen mir nicht mehr aus dem Kopf: Muss Gemeinde wie eine Firma geführt und strukturiert werden? Muss Gemeinde wie ein Verein geführt und strukturiert werden? Und wenn die Antwort auf beide Fragen auch Nein lauten kann, wie mu...

Der Lohn der Sünde

Der Lohn der Sünde ist Tod. Das steht im Römerbrief, Kapitel 6, 23. Sünde, Tod, klingt nicht angenehm. Vor allem, dass Sünde im Singular dasteht. Der Lohn jeder einzelnen Sünde, egal wie groβ oder klein, ist Tod. Nur einmal die Unwahrheit gesagt, und es ist geschehen. Perfekt gelebt, aber einmal war mir mein Job wichtiger als Gott – vorbei. Sünde ist höchstexplosiv, wenn sie in Gottes Nähe kommt. Wie Benzin, das auch keine Experimente mit Feuer verzeiht. Ein einziger Funken reicht. Wer in die Nähe Gottes kommt – und spätestens nach diesem Leben werden wir alle dort erscheinen – und nur einen einzigen, winzig kleinen Sündenfleck an sich trägt, den wird’s zerreiβen. Zu groβen Verhandlungsdiskussionen wird es gar nicht erst kommen. Einer trostlosen Zukunft sehen wir nach diesem Leben entgegen, denn wer kann schon behaupten, makellos zu sein. Von Jesus wird gesagt, dass er Gott selbst war. Es wird berichtet, Gott sei Mensch geworden. Man liest, er war makellos, ohne Sünde. Er musste nicht ...

Wer erntet die dicksten Kartoffeln?

Wer es noch nie gesehen hat, dem sei es hiermit gezeigt: Unsere Gesellschaft setzt sich aus vielen Subkulturen zusammen. Das Bild ist ein Beispiel für Deutschland, wo sich das Sinusinstitut in seinen sogenannten "Milieustudien" auf zehn Milieus oder Kartoffeln begrenzt. Sinus macht solche soziologischen Studien in erster Linie für Firmen, die ihr Produkt möglichst punktgenau in einer passenden Zielgruppe vermarkten wollen. Es ist eine fantastische Brille, mit der man klarer sehen kann, mit wem man es eigentlich zu tun hat und wie die gewünschten Kunden so ticken. Wenn sich Pastoren, Pfarrer oder ganz normale Christen diese Brille auf die Nase setzen, sehen die meisten entweder rot oder schwarz. Einigen wird auch gerne schwindelig oder sogar so schlecht wie bei einem Horrortrip. Warum nur? Weil Sinus ebenfalls herausgefunden hat, dass Kirchen und Gemeinden, völlig egal welcher Farbe, Konfession oder Denomiation, fast ausschließlich aus einem ca. 15% großen Segment am lin...