Direkt zum Hauptbereich

Forschung nötig!

zum Vergrößern klicken
In Mölndal, gleich an der südlichen Stadtgrenze Göteborgs, gibt es eine große Firma namens Astra Zeneca. Höchstwahrscheinlich haben alle von Euch schon Produkte von Astra Zeneca zu Hause gehabt, wahrscheinlich ohne sich dessen bewusst zu sein. Die Firma stellt nämlich Medizin her. Jede Pille, jeder Tropfen der hier verkauft wird, ist das Ergebnis langer Forschungs- und Versuchsarbeit. Wir wissen nicht, was sich in diesem Firmenkomplex alles abspielt, aber die Medizin aus der Apotheke ist ein eindeutiges Resultat.

Nun, so ähnlich kann man sich H2O vorstellen. Unsere Resultate sollen keine neuen Arzneien, sondern neue Jesusnachfolger sein. Vor allem wollen wir herausfinden, wie man morgen neue Jesusnachfolger macht. Dazu muss man in der Kultur von morgen leben. Gott hat uns dazu erst einmal aus unserem eigenen Land geholt. Nicht, dass es in Deutschland keine Menschen von morgen gäbe. Sondern eher deshalb, dass wir selbst, die Forschenden, dazu gebracht werden, alte Denkmuster zu verlassen. Wenn man z.B. gezwungen ist, wieder neu sprechen zu lernen, sieht man ganz anders hin.

Gott berief uns außerdem in ein Land, in dem die Säkularisierung sehr weit fortgeschritten ist. Wie schon vor zwei Tagen erwähnt, wird das in Zukunft immer deutlichere Formen annehmen (gestern wurde z.B. ein Fall in der Süddeutschen diskutiert, siehe hier). Obendrein stellte Gott uns in einen Stadtteil, in dem die Einwanderung sehr deutlich wird.

Und Gott sorgte auf wundersame Weise für die Finanzen, um dieses Projekt überhaupt erst möglich zu machen.

Der Rest ist nun unsere Aufgabe. Dazu gehört vor allem die eigene Verbindung zu Gott sicherstellen, Beobachtung, Gebet, kreative Ideen, Versuch und Irrtum, Reflektion (auch theoligische Reflektionen) usw. Wir wünschen uns, Ideen und Modelle zu entwickeln, die der Gemeinde als Körper Christi auch in Zukunft ein Überleben möglich macht; nicht nur ein Überleben, sondern auch eine deutlich sichtbare Präsenz im Europa der Zukunft. Mit diesem Blog, unserem Gebetsbrief und in Zukunft wahrscheinlich auch weiteren Veröffentlichungen wollen wir offenlegen, was wir tun.

Wir können aber heute schon mit Sicherheit sagen, dass es nicht einfach werden wird, "Medizin" gegen die Säkularisierung zu finden. Daran werden sich alle Gemeinden noch die Zähne ausbeißen - auch die, die heute noch Wachstum erleben.* Richtig säkulare Menschen können nämlich wie geistliche Panzerwagen sein - nicht aggressiv, aber es kommt auch nichts an sie ran wohingegen sie selbst alles beobachten und bewerten. Es wird deutlich leichter werden, mit der Einwanderung fertig zu werden - selbst mit dem Wachstum des Islam, denn hier liegen (noch) große Chancen und Möglichkeiten. Um diese zu nutzen, braucht es allerdings ebenfalls eine große und neue Offenheit in Gemeinden, sich auf Ausländer einzulassen.

Ich werde ab dem nächsten Mal auf die sechs Schritte zu sprechen kommen, die unser Projekt kennzeichnet. 

An dieser Stelle möchte ich aber nochmals allen danken, die sich von Gott berufen ließen, H2O finanziell zu unterstützen. Denn Forschung ist immer etwas, dass erstmal nur kostet und keinen Profit abwirft. Ganz herzlichen Dank!

(Sollte sich jemand neues berufen fühlen, H2O zu unterstützen, so findet sich ganz unten eine deutsche Kontonummer. Bei Bedarf gibt es auch internationale Kontodaten. Danke allein schon fürs in Erwägung ziehen!)


_____________
* Freikirchen, die heute Wachstum erleben, profitieren leider oft ausgerechnet von der Säkularisierung: Menschen, die noch von einer kirchlichen Kultur geprägt sind, verlassen die großen Kirchen und kommen zu den Freikirchen auf der Suche nach mehr geistlicher Substanz. Das mag gut sein für die Freikirchen, ist aber schlecht für das Gesamtbild. Und diese Welle wird auch abebben.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Gemeinde - ein Verein oder eine Firma?

Bald ist wieder GLS-Zeit in Schweden. GLS heißt Global Leadership Summit und ist nichts anderes als Willow-Creeks jährliche Leiterkonferenz. In Schweden wird GLS in den Großstädten angeboten als eine halb Live, halb aufgezeichnete Veranstaltung. Unser Partner Saron ist Treffpunkt für alle Gemeindeleiter im Göteborger Raum. Natürlich werde auch ich wieder da sein, nicht zuletzt, um andere Gemeinden zu treffen und um getroffen zu werden. Nun habe ich selbst meine Leiterausbildung in den USA absolviert und weiß, dass die Amis hier sehr viel Gutes zu sagen haben. Ich weiß auch, dass die Deutschen in Sachen Menschenführung und Leitung deutlich mehr Nachholbedarf haben als die Schweden. Und so begeistert ich von vielen Dingen auch immer noch sein mag, ein paar Fragen wollen mir nicht mehr aus dem Kopf: Muss Gemeinde wie eine Firma geführt und strukturiert werden? Muss Gemeinde wie ein Verein geführt und strukturiert werden? Und wenn die Antwort auf beide Fragen auch Nein lauten kann, wie mu...

Der Lohn der Sünde

Der Lohn der Sünde ist Tod. Das steht im Römerbrief, Kapitel 6, 23. Sünde, Tod, klingt nicht angenehm. Vor allem, dass Sünde im Singular dasteht. Der Lohn jeder einzelnen Sünde, egal wie groβ oder klein, ist Tod. Nur einmal die Unwahrheit gesagt, und es ist geschehen. Perfekt gelebt, aber einmal war mir mein Job wichtiger als Gott – vorbei. Sünde ist höchstexplosiv, wenn sie in Gottes Nähe kommt. Wie Benzin, das auch keine Experimente mit Feuer verzeiht. Ein einziger Funken reicht. Wer in die Nähe Gottes kommt – und spätestens nach diesem Leben werden wir alle dort erscheinen – und nur einen einzigen, winzig kleinen Sündenfleck an sich trägt, den wird’s zerreiβen. Zu groβen Verhandlungsdiskussionen wird es gar nicht erst kommen. Einer trostlosen Zukunft sehen wir nach diesem Leben entgegen, denn wer kann schon behaupten, makellos zu sein. Von Jesus wird gesagt, dass er Gott selbst war. Es wird berichtet, Gott sei Mensch geworden. Man liest, er war makellos, ohne Sünde. Er musste nicht ...

Wer erntet die dicksten Kartoffeln?

Wer es noch nie gesehen hat, dem sei es hiermit gezeigt: Unsere Gesellschaft setzt sich aus vielen Subkulturen zusammen. Das Bild ist ein Beispiel für Deutschland, wo sich das Sinusinstitut in seinen sogenannten "Milieustudien" auf zehn Milieus oder Kartoffeln begrenzt. Sinus macht solche soziologischen Studien in erster Linie für Firmen, die ihr Produkt möglichst punktgenau in einer passenden Zielgruppe vermarkten wollen. Es ist eine fantastische Brille, mit der man klarer sehen kann, mit wem man es eigentlich zu tun hat und wie die gewünschten Kunden so ticken. Wenn sich Pastoren, Pfarrer oder ganz normale Christen diese Brille auf die Nase setzen, sehen die meisten entweder rot oder schwarz. Einigen wird auch gerne schwindelig oder sogar so schlecht wie bei einem Horrortrip. Warum nur? Weil Sinus ebenfalls herausgefunden hat, dass Kirchen und Gemeinden, völlig egal welcher Farbe, Konfession oder Denomiation, fast ausschließlich aus einem ca. 15% großen Segment am lin...