Warum das so ist, dass sich im Leben vieles so ungleichmäßig verteilt und manchmal alles zusammenfällt? Ich weiß es auch nicht. In diesem Herbst erlebe ich dieses Phänomen jedenfalls als gottgegebene, geistliche Übung. Es scheint, als sagte der Herr, dass ich gar nicht alles im Griff haben soll. Es ist, als wolle Er zeigen, dass Er der Herr ist. In diesen Monat fallen nicht nur alle meine Herbstvorlesungen, drei davon ganz neue, die ich vertretungsweise ausgerechnet im Oktober halten und damit ganz neu vorbereiten muss, M4 (wovon ich kürzlich berichtete), sondern auch die Vorbereitungen und die Durchführung des Filmprojektes - wozu ich mir ehrlich gesagt deutlich mehr Ruhe und Inspiration gewünscht hätte. Und dann natürlich der ganz normale Wahnsinn des üblichen Alltages. Anfang November ist dann der Abschluss des MIS-Kurses und dazu werde ich einige Tage nach Örebro reisen müssen. So weit es geht, habe ich die Vorbereitung unserer H2O-Sonntagstreffen an andere im Team abgegeben, die auch gerne aushelfen, und ich bin grad ein Meister im Nein-Sagen, wenn es um weitere Anfragen geht. Sogar die Herbst-Männerfreizeit musste ich schweren Herzens absagen. Meine Woche liegt grad locker bei 70 Stunden und ich kann nix tun, damit's weniger wird. Außer, auf den November warten, denn dann wird's weniger. Mir ist aber, wie gesagt, als sagte der Herr mir, dass man gerade so auf dem Wasser wandelt: solange der Blick auf Ihn gerichtet bleibt und der Glaube nicht sinkt, wird man es selbst auch nicht tun. Ich bin froh und dankbar für jede einzelne Aktivität und ganz besonders für das Filmprojekt, aber dass alles innerhalb weniger Wochen zusammenfällt, lag leider außerhalb meiner Kontrolle. Es soll wohl so sein, dass ich nicht nur in die Knie, sondern vor allem auf die Knie gehe. Er zeigt seine Kraft in den Kraftlosen. Und es ist ja absehbar - aber möchte nicht jemand mit mir im Oktober auf die Knie gehen und damit etwas tragen helfen?
Der Lohn der Sünde ist Tod. Das steht im Römerbrief, Kapitel 6, 23. Sünde, Tod, klingt nicht angenehm. Vor allem, dass Sünde im Singular dasteht. Der Lohn jeder einzelnen Sünde, egal wie groβ oder klein, ist Tod. Nur einmal die Unwahrheit gesagt, und es ist geschehen. Perfekt gelebt, aber einmal war mir mein Job wichtiger als Gott – vorbei. Sünde ist höchstexplosiv, wenn sie in Gottes Nähe kommt. Wie Benzin, das auch keine Experimente mit Feuer verzeiht. Ein einziger Funken reicht. Wer in die Nähe Gottes kommt – und spätestens nach diesem Leben werden wir alle dort erscheinen – und nur einen einzigen, winzig kleinen Sündenfleck an sich trägt, den wird’s zerreiβen. Zu groβen Verhandlungsdiskussionen wird es gar nicht erst kommen. Einer trostlosen Zukunft sehen wir nach diesem Leben entgegen, denn wer kann schon behaupten, makellos zu sein. Von Jesus wird gesagt, dass er Gott selbst war. Es wird berichtet, Gott sei Mensch geworden. Man liest, er war makellos, ohne Sünde. Er musste nicht ...
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