Warum das so ist, dass sich im Leben vieles so ungleichmäßig verteilt und manchmal alles zusammenfällt? Ich weiß es auch nicht. In diesem Herbst erlebe ich dieses Phänomen jedenfalls als gottgegebene, geistliche Übung. Es scheint, als sagte der Herr, dass ich gar nicht alles im Griff haben soll. Es ist, als wolle Er zeigen, dass Er der Herr ist. In diesen Monat fallen nicht nur alle meine Herbstvorlesungen, drei davon ganz neue, die ich vertretungsweise ausgerechnet im Oktober halten und damit ganz neu vorbereiten muss, M4 (wovon ich kürzlich berichtete), sondern auch die Vorbereitungen und die Durchführung des Filmprojektes - wozu ich mir ehrlich gesagt deutlich mehr Ruhe und Inspiration gewünscht hätte. Und dann natürlich der ganz normale Wahnsinn des üblichen Alltages. Anfang November ist dann der Abschluss des MIS-Kurses und dazu werde ich einige Tage nach Örebro reisen müssen. So weit es geht, habe ich die Vorbereitung unserer H2O-Sonntagstreffen an andere im Team abgegeben, die auch gerne aushelfen, und ich bin grad ein Meister im Nein-Sagen, wenn es um weitere Anfragen geht. Sogar die Herbst-Männerfreizeit musste ich schweren Herzens absagen. Meine Woche liegt grad locker bei 70 Stunden und ich kann nix tun, damit's weniger wird. Außer, auf den November warten, denn dann wird's weniger. Mir ist aber, wie gesagt, als sagte der Herr mir, dass man gerade so auf dem Wasser wandelt: solange der Blick auf Ihn gerichtet bleibt und der Glaube nicht sinkt, wird man es selbst auch nicht tun. Ich bin froh und dankbar für jede einzelne Aktivität und ganz besonders für das Filmprojekt, aber dass alles innerhalb weniger Wochen zusammenfällt, lag leider außerhalb meiner Kontrolle. Es soll wohl so sein, dass ich nicht nur in die Knie, sondern vor allem auf die Knie gehe. Er zeigt seine Kraft in den Kraftlosen. Und es ist ja absehbar - aber möchte nicht jemand mit mir im Oktober auf die Knie gehen und damit etwas tragen helfen?
Urban Expressions ist ein von Stuart Murray in Großbritannien gegründetes Netzwerk von Gemeinden und Gemeindegründungen, die wie wir bei H2O neue Wege wagen wollen. Murray hat einige sehr wertvolle Bücher zum Thema Gemeindegründung verfasst. Sein Buch " Post-Christendom " las ich 2005 und hat mir extrem geholfen, all die Änderungen zu verstehen, die unseren Alltag verändern und auf die auch Gemeinden massiv beeinflussen. In den kommenden Jahrzehnten wird das erst so richtig sichtbar werden. Deshalb sind wir ganz besonders froh, dass Urban Expressions nun nach Schweden kommt. Und das Schöne ist, dass hier nichts von England nach Schweden exportiert sind, sondern dass eine Handvoll schwedischer Christen, teilweise schon betagt und weise, die große Notwendigkeit neuer Gemeinden mit Sicht für die heutige Welt sehen und aktiv wurden. Durch persönliche Kontakte mit Murray wurde zunächst sein Buch "The Naked Anabaptist" ("Der nackte Täufer") unter dem Titel ...
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