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Posts

Gebetsclip im April

Fromme Schöpferkraft

Selig sind die Füße! Solange sie nicht abbrechen vom Freudenboten. Jahrhundertelang waren Christen in Sachen Kunst und Einfallsreichtum ihrer Zeit meilenweit voraus. Denken wir nur mal an die bildende Kunst. Denken wir überhaupt mal an das ganze akademische Bildungssystem. Denken wir an die unterschiedlichen Alphabete. An das musikalische Notensystem, an die Sozial- und Gesundheitssysteme westlicher Gesellschaften. Alles von Christen erfunden, alles aus biblischen Werten erwachsen. Da müssen überheblich säkulare Besserwisser mal ganz kleinlaut ihre große Klappe halten. Aber dann. Dann müssen entweder Gott oder uns die Ideen ausgegangen sein. Wir haben mit unserem Schöpfergeist das Beste der Staaten Europas gesucht, doch seit der Aufklärung ist uns wohl immer mehr die Phantasie eingetrocknet. Wo sind sie bloß, all die wegweisenden Erfindungen der Christen der vergangenen 150 Jahre? Es ist die Welt und nicht die Gemeinde, welche heute für ihre Originalität und Phantasie bekannt is...

Eurochurch Conference

"Wahrlich, ich sage euch!" Alan Hirsch als einer der Redner auf der Eurochurch-Konferenz. Da sitze ich also in der Pfingstgemeinde Lörrach inmitten einer Gruppe aus 80 europäischen Gemeindeleitern. Wir hören Vorträge unterschiedlicher Redner über Mission und Gemeindegründung, wir diskutieren, reden. Genau mein Thema. Doch Magen und Herz melden mir mitunter gemischte Gefühle. Einerseits freut es mich riesig, dass es immer mehr gibt, die einsehen, dass sich etwas ändern muss, sonst ist’s düster bestellt um die Gemeinde Europas. Schön also, dass die Zahl der Leiter wächst, welche sich mit der Problematik auseinandersetzen. Andererseits bin ich entmutigt, wenn ich immer wieder erleben muss, dass selbst auf Pionierkonferenzen, die vor frommer Schaffenskraft, heiliger Innovation und göttlicher Kreativität überkochen sollten, in Wahrheit dann doch bloß die altbekannte Sau noch ein bisschen weiter facegeliftet wird. Wo sind all die freien Geister? Wo ist die Freiheit, zu der Chr...

Be the Gospel (3): Identität

"Welches Schweinderl hätten's denn gern?" Robert Lembke ist out, seine Frage "Was bin ich?" oder vielmehr "Wer bin ich?" ist hingegen inner denn je... "Alles geht!" ist die Devise. Die Freiheit, tun und lassen zu können, was man möchte, ist ein extrem hoher Wert in unserer heutigen und den kommenden Gesellschaften. Vorbei die Zeiten, wo man verheiratet wurde, in einen gewissen Stand hineingeboren wurde, wo die groben Bahnen des Lebens schon zur Geburt feststanden. Deine Umstände zur Geburt sagen heute gar nichts mehr. Alle Türen stehen offen und was du daraus machst, ist dein eigenes Geschick. Heute gilt es sogar zunehmend als politisch inkorrekt, einen Menschen nach seinem Ursprungsland zu fragen, weil allein diese Frage schon diskriminierend sei. Ob all das gut oder schlecht ist, sei dahingestellt. Eins steht aber in jedem Fall fest: Diese Freiheit setzt uns Menschen einer neuen Unsicherheit aus: Wer oder was bin ich überhaupt?! Dies...

Sie trauen sich!

Ja, sie trauen sich! Juliana, unsere ehemalige TjänaStan-Mitarbeiterin und ihr Liebster Markus gaben sich am Samstag das Jawort für's Leben. Karen und ich hatten die Ehre, ganz vorne dabei sein zu dürfen. Wir gratulieren auf diesem Wege nochmals herzlich im Namen von ganz H2O und CA! Tatort: Chemnitz, Zwickauer Straße Ehrenvolle Führungsrolle: Das Brautpaar zu den Plätzen begleiten Geschafft: Verliebt, verlobt, verheiratet!

Sprachentwicklung

Dass Sprache nie stehenbleibt, ist nichts Neues. Sie geht treu mit uns durchs Dick und Dünn des Lebens. Damit wird sie zum Spiegel der Kultur. Anthropolgen lehren uns, dass die Art, wie ein Volk verbal kommuniziert, 10% der ganzen Kultur ausmacht. In vielen westlichen Ländern gibt es offizielle Stellen, die ihre jeweiligen Sprachen mit Argusaugen beobachten. In Deutschland ist eine solche Stelle als "Duden" bekannt. Was dort der Duden, ist hier die SAOL, die Wortliste der schwedischen Akademie. Und heute wird nach vielen Jahren die neue Auflage offiziell vorgestellt. Ein ganze Menge Wörter wurden wegen Veralterung oder politischer Unkorrektheit aus der Liste genommen. Es gibt nun keine schokoladig-süßen Negerküsse mehr. Und was Saul nicht tat, gelang SAOL, nämlich die Amalekiter vollständig zu eliminieren - zumindest im Wörterbuch. Auch wurden einige hierarchische oder Machtbegriffe wie zum Beispiel das Partizip "allbeherrschend" aus dem offiziellen Sprachgebra...

Ungerecht.

Wenn ich wie vorgestern über Leid schreibe, dann denke ich über Ostern besonders an die unschuldig hingerichteten christlichen Studenten in Kenia. Die kursierenden Fotos der herumliegenden Leichen möchte ich euch ersparen. Doch wo bleiben die Proteste? Die Massensammlungen gegen Gewalt? Die prominenten Polikerstimmen? Der Unterschied liegt vermutlich darin, dass im Januar in Paris zwar deutlich weniger erschossen wurden, doch dort handelte es sich um Europäer. Wichtiger noch, es waren nicht irgendwelche, es waren Medienleute. Noch wichtiger, es waren Propheten des Säkularismus, die stolz darauf waren, null Respekt vor Religionen zu haben. Es waren Menschen, die wagten zu zeichnen und zu sagen, was alle Europäer irgendwo doch sowieso denken, nicht wahr? Wenn solche Menschen unschuldig erschossen werden, dann weckt das starke Gefühle. Kenia? Das waren doch bloß Afrikaner. Und vor allem, es waren bloß Christen. Es lässt ein politisches korrektes Kopfschütteln machen, doch wenn es übe...

Osterhoffnung!

Dr. Isaiah Daau (Foto: twicworld.com) Eigentlich wollte ich an diesem Wochenende einen kurzen Vortrag von Bischof Isaiah Daau aus dem Südsudan posten, der vergangenen Donnerstag hier in Schweden zu allen ALT-Studenten gesprochen hatte. Obwohl ich Erlaubnis hatte, den Vortrag hier zu veröffentlichen, gelang es mir in der Kürze der Zeit nicht, die Aufnahme entsprechend vorzubereiten und mit Untertiteln zu versehen. Vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt. Isaiah ist Pfingstbischof und hat zum Thema Leid doktoriert. Seine afrikansiche Sicht der Dinge ist eine gute Erinnerung und Herausforderung an uns Westler, die wir doch manchmal geneigt sind zu glauben, das Leben sei ein einziger großer Werbespot in einer bunten Barbiewelt. Was nicht perfekt ist, frustriert. Das Osterwochenende erinnert mich jedes Mal ganz besonders an den zerbrochenen Zustand der Schöpfung, der für uns alle ja seit Geburt Normalzustand ist. Wenn die Süddeutsche Zeitung wie neulich erwähnt, nur in besonderen Ausn...

(Wie lange noch) auf Tour

Netzwerktreffen des UK-Leitungsteams mit anderen Leitern des Himmlischen Könisgreichs im Britischen Königreich. CA-mäßig im Pub. 12x12+x - zwölf Tage lang mindestens zwölf Stunden - meine Tour geht heute zu Ende und ich darf wieder heim. Hoffentlich - denn mein Schnitt liegt zuverlässig bei 1 ausgefallenen Flug oder verpassten Anschlussflug pro CA-Reise. Bis ging alles ungewohnt glatt. Doch es kam, wie es kommen musste: Heute wurde mein KLM-Flug nach Göteborg annulliert. Meine Umbuchung auf Britisch Airways ist dafür so verspätet, dass ich meinen Anschlussflug in London verpassen könnte. Nun, wir werden sehen.Vielleicht sollte ich mir während des Wartens ein Pind von meinen letzten Pfund gönnen. Ob ich mir das verdient habe?!

Thinklings-Abschluss

Hören, reden, lesen, lernen: Thinklings zum Thema "Gesunde Sexualität" Ein herzliches Dankeschön an alle, die unser Theologiewochenende "Gesunde Sexualität" im Gebet mitgetragen haben! Selten habe ich so gute, offene, tiefe Gespräche in einer Atmosphäre des gegenseitigen, tiefen Vertrauens erlebt und das zu einem Thema, das sonst gern Frust und Zwietracht sät. Wir sind im Laufe der Tage durch sämtliche Texte der Bibel gegangen, die in dieses Thema hineinsprechen, haben Analysen zu Begriffen und Redewendungen in den Ursprachen Hebräisch und Griechisch durchgeführt, haben Auslegungen der verschiedenen Epochen der Geschichte verglichen, haben gebetet und diskutiert. An jedem Tag haben zwei oder drei von uns ihre persönlichen Geschichten und Reflektionen zum Thema Sexualität gegeben, was zu einer wunderbaren Atmosphäre der Offenheit, der eigenen Verletzlichkeit und des gegenseitigen Vertrauens führte. Nicht zuletzt hatten wir für ein paar Stunden zwei Gäste bei uns:...

Let's Sex

oder: Auf Tour, Etappe III Heute beginnt der nächste und vorletzte Teil meiner Reise. Wieder in Glasgow wird sich eine Gruppe CA-Theologen treffen, um über Sex zu sprechen - ein Thema, welches in Zukunft nicht nur CA, sondern alle Gemeinden zunehmend beschäftigen wird, sofern man nicht gerade hinterm Mond seine Adresse hat (und wer weiß schon, was dort alles passiert?). Ihr ahnt oder kennt schon alle die vielfältigen Sex-Kulturen, denen man im westlichen Großstadtmilieu immer häufiger begegnet. Zu alledem werden jährlich neue Ideen und Ansichten in die Diskussionen geworfen, deren öffentliche Erwähnung vor wenigen Jahrzehnten noch völlig undenkbar gewesen wären. Es nützt nichts, den Kopf in den Sand zu stecken, wir müssen lernen, eine Sprache zu finden, die unseren Leuten draußen hilft. CA ist eine der wenigen missionalen Missionsgemeinschaften, die viel Wert auf Theologie, Exegese, Bibel und Hermeneutik legt. Deshalb nimmt sich nun eine Gruppe von zehn Leitern ganze drei Tage...

Beileid

Foto von meinem letzten Flug am Montag. In wenigen Stunden werde ich wieder an Bord einer solchen Boeing 737-800 sitzen. Die Wahrscheinlichkeit, auf diesem Flugzeugtyp sein Leben zu verlieren, liegt bei 1:28Millionen. Die Wahrscheinlichkeit, an Bord eines Airbus 320 sein Leben zu verlieren, liegt bei 1:800 Millionen. Die Wahrscheinlichkeit, vom Blitz getroffen zu werden, liegt bei 1:10 Milionen. Die Wahrscheinlichkeit, auf einem Fahrrad sein Leben zu verlieren, ist vergleichsweise riesig: 1:340.000. Ich fliege nun relativ viel und leidenschaftlich gerne. Mehrmals bin ich von Spanien nach Deutschland geflogen, habe die Alpen von oben gesehen. Alle unsere drei Kinder waren in Spanien zum Schüleraustausch. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man zum Flughafen fährt, um seinen Sohn oder seine Tochter von einer spannenden Reise abzuholen. Ich nehme an, ich kann nur schwach erahnen, wie es sein muss zu erfahren, dass die Maschine niemals mehr landen wird. Ich fühle und trauere mit...

Auf Tour Etappe II

Zimmer mit Aussicht Der Fahrer wollte mich nicht rauslassen: "Das ist doch kein Hotel! Kommen Sie, ich bringe Sie zu einer vernünftigen Unterkunft!" Dann kam einer der Arbeiter, die auf dem großen Parkplatz vor dieser Fabrik riesige Sattelschlepper ent- und beluden, auf uns zu. "Ihr sucht das Hotel, was. Um die Ecke." Doch da war nur ein Tor zur Verladung von Kühlgut. Erst nachdem ich die Nummer auf meiner Buchungsbestätigung angerufen hatte, öffnete sich eine kleine, unbeschriftete Metalltür, welche ich für einen Notausgang gehalten hatte. Eine Treppe hoch, und ich war in einem für mich gemachten sauberen, kleinen Zimmer, wenn auch ohne Mahlzeiten und mit Klo und Bad auf dem Flur. Eine kleine Nebengeschichte einer typischen Budgetreise. Gestern war ich vom Leitungstreffen in Glasgow nach Moss in Norwegen geflogen. Dort werde ich heute Mittag von einem ALT-Bus aufgesammelt werden. Denn sämtliche ALT-Studenten Schwedens samt Personal sind jetzt gerade auf dem W...

Gebetsclip im März

Auf Tour

Pflicht aus, Gurt an: Flugreisen können soo entspannend sein. Am heutigen Freitag beginnt für mich eine längere und außergewöhnliche Tour, für die ich Eure Gebete sehr begrüßen würde. Die erste Etappe führt mich bis Montag zum EAT-Treffen in Glasgow. Das EAT ist das European Advancement Team oder unser Leitungsteam für Europa, dessen Leiter ich bin. Es besteht aus acht Leuten, die in sieben verschiedenen Ländern leben. Wir treffen uns regelmäßig per Skype und dreimal jährlich persönlich, davon einmal auf unserer Jahreskonferenz CONNECT. Das letzte Mal trafen wir uns im Dezember in Frankreich . Persönliche Treffen in Fleisch und Blut sind unersetzlich, erst recht bei CA, wo Beziehungen das A und O sind. Für dieses Treffen haben wir einige kreative und spannende Übungen vorbereitet, die uns helfen sollen, ein gemeinsames und tieferes Verständnis für die Veränderungen bei CA der letzten paar Jahre zu bekommen. Der Wunsch des ganzen Teams ist es, besser und zielgerichteter Schneisen...

CA bekommt Zuwachs in Schweden

Treffen in Jönköping: Rob, David und ich (v.r.) David hörte mich auf mehreren Vorträgen, die ich in Schweden gehalten hatte, und begann CA näher zu erforschen. Die Art, wie wir Reich Gottes und Gemeindegründung denken, faszinierte ihn. Er bewarb sich, war im Oktober auf ENGAGE in Madrid dabei und ist nun offiziell " CA-Associate Staff " - früher hätte man das "Zeltmacher"* genannt. Er fühlt sich in einen ganz bestimmten Teil seiner Stadt Jönköping berufen, um dort Gemeinde zu gründen. Um CA noch besser kennenzulernen, hat unser ENGAGE-Team ihm empfohlen, sich erstmal für ein paar Monate nahe an H2O zu halten. Seit Januar ist er deshalb weitestgehend Teil des H2O-Teams. Letzte Woche war angesagt, dass wir ihn auf seinem eigenen Boden treffen. Einen ganzen Tag nahmen Rob und ich uns Zeit, nach Jönköping zu reisen, die Stadt, sein Leben und vor allem den besagten Stadtteil und seine Gedanken dazu kennenzulernen und zu diskutieren, miteinander zu beten. Im Mai we...

Be the Gospel (2): Schlaf

"Der Schlaf erwies sich in der Tat als Problem. Ransom kam es vor, als habe er lange verkrampft, müde und bald auch hungrig und durstig in der Dunkelheit gesessen." "Die Frau schlief mit einem Arm unter dem Kopf und leicht geöffneten Lippen. Sie schlief ganz ohne Zweifel, denn ihre Augen waren geschlossen, und ihr Atem ging gleichmäßig, doch sie sah nicht aus wie Schläfer auf unserer Welt, denn ihr Gesicht wirkte ausdrucksvoll und intelligent, und ihre Glieder schienen bereit, jeden Augenblick aufzuspringen; alles in allem hatte man den Eindruck, der Schlaf sei nicht etwas, das über sie kam, sondern eine Tat, die sie vollbrachte."  C.S. Lewis, Perelandra Perelandra? Nachtruhe unter klarem Sternenhimmel mit Planet In meinem Post Be the Gospel: Mission als Lebensstil habe ich ansatzweise erklärt, warum klassische Evangelisation heutzutage nicht mehr funktioniert: Ein schwer begreifbares Evangelium des unverständlichen Kreuzestod eines außergewöhnlichen J...

Postmoderne Apologetik

So manchem hängt das Wort "Postmoderne" heute schon zum Halse raus, dabei hat sie noch gar nicht richtig angefangen. Die wahren postmodernen Zeiten kommen erst noch. Wer Gemeinde gründet, darf dies nie nur für die eigene Generation tun, sondern muss auch immer die kommende im Blick halten. Mein " Kartoffelpost " vom 6. Februar zeigt sowohl die Sinus-Milieus für ganz Deutschland als auch die nur der Jugendlichen. Und siehe da: Unter den Teenagern sind die Traditionellen schon jetzt komplett verdunstet. Was sagt da die Hochrechnung? In einigen Jahren wird es wohl endgültig keine absoluten Wahrheiten mehr geben. Das ist ja eine postmoderne Grundhaltung: Nichts ist objektiv. Es gibt zwar Aussagen und Behauptungen, aber erst die eigene Deutung oder Interpretation machen solche Behauptungen wahr oder falsch. Ein Beispiel: Vor 500 Jahren wurde ein Mensch als Bauer geboren. Seine Wirklichkeit war, dass er zeitlebens im Bauernstande leben würde. Der Postmoderne sagt h...

Jesus: "Warum lässt du das zu?!"

Unverhoffter Orkan. Es geht drunter und drüber. Das ist nicht die erste Welle, die uns tsunamimäßig fast über Bord spült. Kälte. Nässe. Panik. Verzweiflung. Dieses Gefühl der totalen Einsamkeit. Todesangst. Wenn's so weitergeht, war's das wohl. Wir werden ernsthaft mit dem Leben abschließen müssen, und zwar alle miteinander. Gott? Wir dachten, er hätte uns hierher geschickt. Wir haben an eine Berufung geglaubt. Jetzt weiß ich nicht, wo er ist. Schlummert er? Vielleicht ist er ja da, aber entweder kriegt er nichts mit, oder es interessiert ihn einfach nicht. Unser Leben wird gerade demontiert, wir sind in der Hölle, und keiner kriegt's mit. Kein Mensch, kein Gott. Andererseits habe ich so viel mit ihm erlebt die letzte Zeit, ich will nicht so einfach glauben, dass er wirklich so gleichgültig und selbstvergessen ist. Warum lässt er das zu?! Ein letztes Mal erhebe ich ein verzweifeltes Geschrei und blöke ihn vorwurfsvoll an: "Merkst du eigentlich gar nichts, Jesus?! Ist d...

Gunst und Gnade

Während unserer Besuche in Colorado hörte ich Dudley bei der Vorstellung von CA immer wieder sagen, dass wir eine Reihe Mitarbeiter haben, die andere Organisationen erst gar nicht nehmen würden. Oder sogar rausgeschmissen haben. Ich fand es interessant, dass er es immer wieder so betonte (vielleicht muss man das bei Christen), doch es stimmt. Viele CA'ler haben nur bei uns eine zweite Chance bekommen. Und nur wegen dieser zweiten Chance sind sie zu erstklassigen Mitarbeitern geworden. Hier wird nicht dem heiligen Generalschristbaum der fommen Leistungen nachgeeifert. Hier darf man sein. Es beweist, dass wir unseren Grundwert " grace-oriented " mit vollem Herzen ausleben. Diese Woche hat mich ein Gespräch darauf aufmerksam gemacht, wie sehr mich dieser CA-Grundwert geprägt hat. Ein Pastor sprach mich auf einen jungen Christen an, den ich seit ein paar Jahren begleite. Ich mag diesen jungen Menschen, und mittlerweile mag ich sogar das, was ich anfangs etwas nervig fand...

Meet the President: Gebetsclip Februar 2015

Zufällig Vorbild geworden

Dass er kein gewöhnlicher Gemeindepastor werden wollte, wurde Ben schon auf dem Bibelseminar klar. "Dazu bin ich nicht hart genug", sagt er lapidar und scheint es wirklich so zu meinen. Knallhart genug ist er hingegen, einen lang gehegten Traum durchzuziehen: Gemeinschaft auf alternative Art zu bauen, Arbeitsplätze zu schaffen, Menschen zusammenzuführen und durch die Schönheit der Natur in die Anbetung zu leiten. Gott fand das auch und schickte ihm einen frommen Investor in den Weg. Die beiden bestimmten, dass diese Idee sich harmonisch in den örtlichen Kontext einfügen muss und bauten dann eine beeindruckende Ranch mit beeindruckend vielen Gebäuden und noch mehr beeindruckend vielen Pferden. Was fügt sich harmonischer in den Kontext Colorados ein? Beeindruckende Empfangsshalle: Beim Anblick der Schaufeln des "Moose" an der Wand erbleichen schwedische Elchbullen vor Neid, die Kühe törnt's wahrscheinlich an... Hier kann man nun also Urlaub mit vielen Aktivi...

Leader Summit - mal ganz anders

CA ist nicht nur eine relativ kleine Organisation, sondern obendrein großflächig auf dem Globus verteilt. Deshalb steht bei uns Skype & Co auf der Tagesordnung - gemeinsam mit allen anderen Online-Hilfsmitteln zum Kontakte halten. CA ist nämlich ein extrem beziehungsorientierter Haufen. Unser ungeschriebenes Gesetz lautet etwa: Nur wer sich miteinander versteht, kann auch gut miteinander arbeiten. Wir haben gelernt (und können es nur jedem warm ans Herz legen): Bei allen sozialen Medien kann eine persönliche Begegnung durch NICHTS ersetzt werden. Deshalb investieren wir bewusst in regelmäßige, persönliche Treffen, auf denen miteinander gelebt, geplant, gelacht, gearbeitet, gebetet und gefeiert wird. Dadurch entsteht ein Pakt, der uns trotz Diaspora unschlagbar macht. Glauben wir.   Volle Kraft voraus: Gute Leiter haben den Kopf in den Wolken und die Füße auf dem Boden. Normalerweise hatte CA jedes Frühjahr ein sogenanntes "Leadership Summit" - ein Treffen sämtliche...

Dem Tod ins Auge sehen

Ein Krankenhausseelsorger mit über 40 Jahren Erfahrung zeigte uns die verschiedenen Räume des Göteborger Leichenhauses - hier der Platz, wo rituelle Waschungen für Angehörige möglich sind. Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden . Das betete ausgerechnet Mose, der den Tod Zeit seines Lebens täglich vor Augen gehabt haben muss. Was sollen wir da sagen? Wir haben heutzutage das Leid und die Endlichkeit dieses Lebens vollends aus dem Alltag verbannt. Ein buntes, lustiges Leben genießen ist ja auch schöner als Schmerz und Übel. Nur wenn Freund Hein dann plötzlich doch anklopft, steht vielen das Entsetzen ins Gesicht geschrieben. Christen machen nicht unbedingt eine Ausnahme. Gerade in Kreisen, wo Heilung stark betont wird, verkümmert der hilfreiche Umgang mit Leid und Trauer. "Ich empfehle euch, aktiv in Trauersituationen hineinzusprechen" empfahl der Chef der Göteborger Krankenhausseelsorge einer kleinen Gruppe Studenten, für die ich ein...

Be the Gospel: Mission als Lebensstil

Bild : DMG ( 17 Tipps, wenn du auf keinen Fall Missionar werden willst ) Es ist nunmal so, dass das, was wir ”Gute Nachricht” nennen, für 95 + x % aller heutigen Europäer nicht nur keine gute Nachricht, sondern gar keine Nachricht mehr ist. Irrelevant, belanglos, nicht der Rede wert. Nur eine weitere, überflüssige Information unter Milliarden anderer. Ohren auf Durchzug und fertig. Wenn wir wirklich wollen, dass Jesus wieder bekannt wird - und zwar im ganzen Kartoffelsack -, dann müssen wir ganz neu lernen, ihn wieder bekannt zu machen. Viele Arten der Evangelisation sind effektlos geworden. Ich möchte helfen, neue Wege zu finden und unverhoffte Neugier auf den Auferstandenen hervorzurufen. Im Grunde sind es drei Prinzipien, denen es zu folgen gilt: - ganz nah bei Jesus bleiben - ganz nah bei den Menschen bleiben - ganz nah bei sich selber bleiben. Es ist ein Lebensstil. Nur wer Jesus dicht auf den Fersen folgt, unterscheidet sich. Glaube muss Spuren hinterlassen. ...

Wer erntet die dicksten Kartoffeln?

Wer es noch nie gesehen hat, dem sei es hiermit gezeigt: Unsere Gesellschaft setzt sich aus vielen Subkulturen zusammen. Das Bild ist ein Beispiel für Deutschland, wo sich das Sinusinstitut in seinen sogenannten "Milieustudien" auf zehn Milieus oder Kartoffeln begrenzt. Sinus macht solche soziologischen Studien in erster Linie für Firmen, die ihr Produkt möglichst punktgenau in einer passenden Zielgruppe vermarkten wollen. Es ist eine fantastische Brille, mit der man klarer sehen kann, mit wem man es eigentlich zu tun hat und wie die gewünschten Kunden so ticken. Wenn sich Pastoren, Pfarrer oder ganz normale Christen diese Brille auf die Nase setzen, sehen die meisten entweder rot oder schwarz. Einigen wird auch gerne schwindelig oder sogar so schlecht wie bei einem Horrortrip. Warum nur? Weil Sinus ebenfalls herausgefunden hat, dass Kirchen und Gemeinden, völlig egal welcher Farbe, Konfession oder Denomiation, fast ausschließlich aus einem ca. 15% großen Segment am lin...

Warum Gemeindegründung?

Was hat der böse Wolf - der laut 1Petr 5,8 ein böser Löwe ist - mit Gemeindegründung zu tun? Morgen ist es wieder so weit. Es gilt, den Studenten der Akademie für Leitung und Theologie die Frage "Warum Gemeindegründung?" in einer Unterrichtseinheit zu beantworten. Es ist interessant zu beobachten, wie unterschiedlich die selbe Frage innerhalb der letzten 30 Jahre beantwortet wurde. Lange, lange Zeit wäre die "Antwort" auf diese Frage ein noch größeres Fragezeichen gewesen, denn das Wort "Gemeindegründung" war in Europa so gut wie nicht existent. Man war der festen Überzeugung, dass es flächendeckend doch wohl genug Kirchen gebe. Nur eine Generation zurück können wir dieses Phänomen noch immer deutlich beobachten. Dann kam die Einsicht. Und damit begann der Gründungsboom der 80-er und 90-er Jahre: Neue Gemeinden erreichen neue Menschen, hieß es. Bücher wurden geschrieben. Neue Gemeinden sind die effektivste Missionsmethode. Der Erfolg amerikanische...