Direkt zum Hauptbereich

Neues Jahr - neues Glück?!

"Glück" scheint ja 2014 ein prominentes frommes Schlagwort zu werden. Vor vielen, vielen Jahren, als ich noch jung und schön war, hörte ich oft zum Jahreswechsel so etwas wie "Neues Jahr, neues Glück". Versuchen 'mer's halt mal wieder - und schau'n mer mal, wie's wird. Ob's überhaupt was wird.

Klingt ein wenig niedergeschlagen, oder? Als sei man ständig Opfer der Umstände, an denen man nichts ändern kann. Und vieles muss man in der Tat hinnehmen, wie's ist. Ein Kapitän oder Pilot kann sich weder das Wetter noch die Leute an Bord aussuchen. Doch er hat ein festes Ziel - und dort anzukommen, ist kein Glücksspiel, sondern Entschlossenheit, Können und Anpassungsfähigkeit. Wie im echten Leben. Nur wer kein Ziel hat, erlebt jedes Jahr als neues Glücksspiel.

So auch bei H2O. Unser Ziel ist es, H2O bis 2018 zu einem selbstständigen Organismus werden und heranwachsen zu lassen. Das Wetter und die Leute können wir uns nicht aussuchen. Vielleicht müssen wir Umwege in Kauf nehmen. Vielleicht gibt es technische Probleme. Vielleicht erwartet uns Rückenwind. Vielleicht taut das Eis im vor uns liegenden Eismeer schneller als erwartet. Lauter Unbekannte einer langen Gleichung, die Kurs und Ankuftszeit beeinflussen können. Hier müssen wir uns anpassen. Doch das Ziel steht fest. Das Ziel ist keine Glückssache.

Unser "Sextant" ist der "Missional Action Plan", dessen strategisches Herzstück die hier beschriebenen sechs Ebenen sind (siehe auch den Film ganz unten auf dieser Seite). In anderen Erdteilen reist man relativ schnell von einer Ebene zur nächsten. Hier bei uns dauert jede Ebene zwei Jahre. Im Sommer 2014 soll der Aufbau der Ebene 4 "Gemeinde" abgeschlossen und der Bau der Ebene 5 "Verzweigen" begonnen werden.

In den Rückspiegel blickend sind wir froh und fasziniert über alles, was passiert und entstanden ist - es sieht so aus, dass die Gemeindeebene im Sommer tatsächlich als etabliert betrachtet werden kann. Auch wenn es ganz anders aussieht, als eine "normale" Gemeinde - aber das war schließlich von Anfang an Sinn und Zweck von H2O. Das Vergangene macht uns zuversichtlich für die Zukunft. Gott wird weiter so treu wie immer sein, und 2016 werden wir wohl die vorletzte Ebene abschließen können. Doch andante, bitte. Ein Schritt nach dem nächsten. Jetzt haben wir gerade mal 2014. Und da tun wir, was Gott uns 2014 vor die Füße legt. Auch wenn es unser Glück ist, Gott nahe zu sein, so wird das meiste dieses Jahr alles andere als Roulette werden. Neues Jahr - neue Herausforderungen, neue Zuversicht.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Brückenpfeiler Nr. 1: Verankert in der Bibel

Zum ersten Teil der Serie geht's hier.  Brückenpfeiler Nr. 1: Verankert in der Bibel  Eines der tiefgründigsten und eindeutigsten Gebote Gottes findet sich im fünften Buch Mose: Höre, Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR allein. Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt oder unterwegs bist, wenn du dich niederlegst oder aufstehst. Und du sollst sie binden zum Zeichen auf deine Hand, und sie sollen dir ein Merkzeichen zwischen deinen Augen sein, und du sollst sie schreiben auf die Pfosten deines Hauses und an die Tore. (5Mos 6,4-9) Diese Worte wurden vor tausenden von Jahren gegeben, doch ihre Botschaft ist immer noch sonnenklar: Tu, was du kannst, um nie von Gottes Geboten abgelenkt zu werden. Simpel, oder? Bei uns im Westen finden ...

Brückenpfeiler Nr. 3: Im weltweiten Körper Christi ruhend

Zum ersten Teil der Serie geht's hier.  Brückenpfeiler Nr. 3: Im weltweiten Körper Christi ruhend H2O ist nach wie vor eine sehr kleine Gemeinde. Eine Brücke zu bauen, die sich über einen so großen Abgrund erstreckt, ist ohne Hilfe unmöglich. Sich sowohl in der Bibel als auch in der heutigen Kultur zu verankern, wird uns spannen wie eine Streckbank. Wir brauchen eine Stütze in der Mitte, etwas, wo man Gewicht ablegen kann. Für uns ist diese Stütze die Gemeinde generell, der Leib Christi, die weltweite Kirche, wie auch immer man es benennen mag. Wir sehen uns verbunden mit unseren Glaubensgeschwistern der Gegenwart und der Vergangenheit. Die Tatsache, dass die Kirche nie perfekt war, sondern im Gegenteil stets mit Flecken und Fehlern behaftet war und ist, macht es für uns eigentlich nur noch interessanter. Denn wir erleben uns selbst auch nicht als perfekt und damit passen wir doch ganz gut zusammen. Außerdem können wir von allen Fehlern der Vergangenheit am meisten ler...

Forge Europa

Dunkel war's und kalt die Nacht: Forge möchte ganz normale Christen ausbilden, wie man im geistlichen Winter Europas kleine Feuer anzündet. Wer sich intensiver mit "missional" beschäftigt hat, ist nicht an Namen wie Alan Hirsch oder Michael Frost vorbeigekommen. Sie gehörten zu den ersten, die die missionale Gemeinde nachvollziehbar beschrieben haben. Aus ihren Erfahrungen in Australien gründeten sie Forge als Trainingsbasis für mehr missionale Leiter und Pastoren. Forge hat sich darauf vor allem in den USA durchgesetzt, und dort wurde 2014 eine offizielle Partnerschaft zwischen Forge und CA geschmiedet. Vor allem weil Forge eben nur Training anbietet, CA aber die Theorie in die Praxis umsetzt. Nun ist Forge auch nach Europa gekommen. Gemeinsam mit meinem schottischen Kollegen Alan, Forges Europadirektor, und vielen anderen Herlfern haben wir das erste Forge Training in Europa angefangen. Welche Stadt eignet sich besser dafür als Brüssel? In vier Schulungswochene...