Direkt zum Hauptbereich

CA Leadership Summit 2012

Viele neue kirchliche Initiativen sind "cool" - und wollen es auch sein. Man will Kirche interessant machen, raus aus dem Langeweiler- und Blablaimage. Und tatsächlich - so manche Initiative ist nicht nur cool, sondern hat auch echtes geistliches Potential und viele missionarische Impulse. Und dann? Ein toller Start ist nicht alles. Wie geht's weiter? Wo geht's hin???

"Kennzeichen eines heranreifenden missionalen Projektes" war das Thema der diesjährigen CA-Leiterschaftskonferenz. Rund 110 Teamleiter, Pastoren, Projektleiter und geladene Leiter aus Partnerorganisationen trafen sich im frühlingshaften England, um genau diese Frage "Und dann?" zu diskutieren. Christian Associates legt sehr viel Wert darauf, dass alle gegründeten Projekte sich gesund entwickeln. Ein Pionierprojekt soll nicht nur kontextualiert ("cool" :-)) beginnen (und durchaus lebenslang cool bleiben!), sondern mittel- oder langfristig auch alle Kennzeichen einer reifen Gemeinde aufweisen. Aber: Was ist bloß eine reife Gemeinde? Eine reife Gemeinde zu werden muss ja nicht zwangsläufig heißen, z.B. als typische FeG zu enden. Nein, auch reife Gemeinden können viele verschiedene Formen haben und dennoch genauso reif und weise wie eine FeG werden. Die große Frage aber ist: Was sind denn Kennzeichen einer reifen Gemeinde? Und worauf müssen coole Leiter von coolen Initiativen achten, wenn ihre Gruppe(n) reif werden sollen, ohne ihre Relevanz zu verlieren?

Was mir persönlich bei CA sehr gefällt, ist die Tatsache, dass es dort keine Hirnmetze gibt, die uns eine Woche lang einhämmern, "SO UND SO MUSS ES SEIN! Und nun geht und macht!" Sondern das Ganze wird wie auf Großkonferenzen (wie zum Beispiel in Kapstadt 2010) sehr stark in Gruppenarbeit erarbeitet. (Weniger gefällt mir andererseits, dass der Moderationsstil manchmal doch etwas amerikanisch ausfällt, aber naja, das ist wohl nur mein persönliches Deutsch-sein und nach fast sechs Jahren Ausländerlebens bin ich froh, einigermaßen zwischen Form und Inhalt unterscheiden zu können -  und über gewisse Formen gerne auch mal ganz hinwegsehen zu können...). Vormittags gab es drei Inspirationsvorträge - hervorragende Auslegungen des Epheserbriefes von drei hervorragenden Rednern: Wes White, Jason Clark und Christine Osgood. Darauf folgte der interaktive Teil. Es wurden außerdem vier Workshops angeboten: Die "Thinklings" vertiefend zum Epheserbrief, "den Nächsten lieben" - vor allem wenn's ein Ausländer ist, "Natürliche Alltagsevangelisation" und "Die nötige Reife, um ein Leiter zu sein". Die Abende waren mit jeweils Andacht, Gebet, Liedern und Abendmahl gefüllt. Und CA wäre einfach nicht CA, wenn nicht jeder Tag mit einem Glas Bier oder Wein und einer Pfeife oder guten Zigarre sein Ende fände...

Eine sehr gefüllte und inspirierende Woche geht zu Ende. Ryanair pferchte uns heute einmal wieder wie Schafe zusammen und brachte Karen und mich kostengünstig heim. Wir freuen uns auf die auswertenden Dokumente, die von diesem Treffen zu erwarten sind.

_______

PS: Hättest Du auch einmal Lust, bei einer CA-Leiterschaftskonferenz dabei zu sein? Dazu müsstest Du englisch verstehen und sprechen können, ein Pastor oder Mitglied einer Gemeindeleitung sein und in einem näheren Verhältnis zu H2O, der FeG Ingolstadt (im Speziellen) oder zum BFeG stehen. Bei Interesse bitte melden, u.U. kann eine Einladung zur nächsten Konferenz arrangiert werden. Die Konferenz findet i.d.R. in einem gut anreisbaren Konferenzcenter einer größeren Stadt Europas statt. 

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Eine neue "Engelskala"?

Ich selbst kam gerade erst ins zweite Schuljahr, als die beiden Herren James Engel und Wilbert Norton ein Buch mit dem Titel " What's gone wrong with the harvest? " (Was ist mit der Ernte schiefgelaufen?) herausgaben. Nein, das Buch handelte nicht von Traktoren, Mähdreschern und Güllefässern, sondern um die Ernte der geistlichen Früchte, die Jesus von Kirche und Gemeinden erwartet. Und hier läuft ja bekanntlich so manches schief. Zur Veranschaulichung entwickelte Herr Engel, einer der Autoren, eine Skala. Auf dieser Skala konnte man leicht erkennen, wo man sich auf seiner geistlichen Reise gerade befindet. Als " Engelskala " - was nur etwas mit dem Namen des Erfinders und nichts mit Engeln zu tun hat - gelangte sie zu weltweiter Bekanntheit. Für alle, die noch nie eine Engelskala gesehen haben - so ungefähr sieht eine deutsche Version aus (von mir farblich etwas aufgepeppt): (zum Vergrößern auf's Bild klicken) Man liest die Skala im Prinzip von unten ...

Sola Gratia

Schschschau mal, ist das hoch zum Drüberspringen... Impuls Nummer drei: Gottes Maßstäbe gelten lassen (Hier geht's zum Anfang dieser lustvollen Serie) Ich möchte uns an eine alte, biblische Weisheit erinnern, von der wir heute nicht mehr so viel hören: Gottes Standards für den Menschen sind extrem hoch. Dieses Prinzip finden wir durchgehend in der ganzen Bibel, im Alten wie im Neuen Testament. Man lese nur einmal das Gesetz der Thora oder, wem das zu alttestamentlich erscheint, der darf sich gerne der Bergpredigt hingeben und ihrem Standard folgen. Viel Erfolg dabei. Zweitens sollten wir uns daran erinnern, dass Gottes Standards nicht verhandelbar sind. Gott hängt die Messlatte auf, wo ER sie haben will und dann hängt sie da. Punkt. Daran gibt es nichts zu rütteln. Keinen Millimeter weicht Gott davon ab. Das gefällt uns Menschen nicht. Wir möchten gerne glänzen, als gut und richtig dastehen. Doch der Hauptzweck dieser hohen Messlatte ist es ja gerade, unsere menschlich...

Bewirken. Entfachen. Hervorrufen. Evozieren.

Serie: Missional Action Plan, Phase zwei  Das sind einige Synomyme für die zweite Phase unseres sogenannten Missional Action Plans, genannt Auslösen (initiate) . Was ist denn das? Nun, niemand glaubt heute noch, dass der Pfarrer den Menschen wirklich zu sagen hat, wie man was zu tun oder zu lassen hat. Eigentlich möchte sich heute überhaupt niemand noch was sagen lassen, solange man nicht ausdrücklich gefragt hat. Entsprechend ist auch niemand mehr scharf auf Predigten. Predigt, das klingt wie Standpauke. Epistel. Ermahnung. Wie Schelte und Zurechtweisung. Niemand* will sich also noch bepredigen lassen. Man geht entweder auf Konfrontation oder stellt die Ohren auf Durchzug. Das, was jahrhundertelang das Zentrum der kirchlichen Kommunikation war, die Predigt, stirbt aus. Stirbt aus? Ganz und gar? Keine Predigten mehr in Zukunft? Nein, so ist es auch wieder nicht. Römer 10,17 sagt ganz klar, dass der Glaube aus der Predigt kommt, und damit wird die Predigt immer eine entsche...