Direkt zum Hauptbereich

Depression III


Am Morgen des nächsten Tages bin ich gerade dabei, in unserem H2O-Center das Frühstück für eine Gruppe Leute vorzubereiten, die heute zu uns kommen. Ich bin leider spät dran und etwas in Eile, um alles noch rechtzeitig fertigzubekommen als ein Mann zu mir kommt, der im selben Gebäude arbeitet. Er müsse gerade mal mit mir reden. Soeben habe er etwas über einen seinen Freunde erfahren, erzählt er mir. Einen Familienvater, beruflich erfolgreich, seit neuestem Besitzer eines kleinen Sommerhauses auf dem Lande, worüber sich die ganze Familie sehr freue. Seid kurzer Zeit leide aber auch dieser Freund an Depression. Man habe ihm die üblichen Medikamente verschrieben. Die Wirkung war nicht wie erwünscht. Er habe sich das Leben genommen. Wir sprechen darüber. Der Kaffee ist noch nicht durchgelaufen, als später meine Frühstücksgäste kommen.

Dies sind "nur" drei Geschichten, die ich in ungewohnt kurzer Folge hörte. Wenn ich darüber nachdenke, könnte ich viel mehr Namen nennen, die ähnliches erzählten. Zwei Dinge stechen irgendwie heraus: Menschen heutzutage scheinen entweder an Krebs oder Depression zu erkranken. Was Krebs für den Körper scheint Depression für die Seele zu sein. Oder umgekehrt. Beides ist langwierig, beides schwer. Beides kann geheilt werden, beides kann tödlich enden. Jeder kann getroffen werden und niemand darf so arrogant sein zu meinen, dass er oder sie immun sei. Ist Krebs eine Folge der vielen Umwelteingriffe, die der Mensch gemacht hat? Ist Depression eine Folge der Überflussgesellschaft, in der wir leben? Was können wir tun? Wie können Christen und Gemeinden sinnvoll vorbereitet sein auf diese Herausforderungen? Wo brauchen wir mehr Fachkompetenz? Sind Hilfestellungen zu einem simplen und einfachen Lebensstil eine mögliche Lösung? Viele Fragen, wenig Antworten. Kommentare? Ideen? Meinungen? Erfahrungen? Vorschläge?

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Urban Expressions Sweden

Urban Expressions ist ein von Stuart Murray in Großbritannien gegründetes Netzwerk von Gemeinden und Gemeindegründungen, die wie wir bei H2O neue Wege wagen wollen. Murray hat einige sehr wertvolle Bücher zum Thema Gemeindegründung verfasst. Sein Buch " Post-Christendom " las ich 2005 und hat mir extrem geholfen, all die Änderungen zu verstehen, die unseren Alltag verändern und auf die auch Gemeinden massiv beeinflussen. In den kommenden Jahrzehnten wird das erst so richtig sichtbar werden. Deshalb sind wir ganz besonders froh, dass Urban Expressions nun nach Schweden kommt. Und das Schöne ist, dass hier nichts von England nach Schweden exportiert sind, sondern dass eine Handvoll schwedischer Christen, teilweise schon betagt und weise, die große Notwendigkeit neuer Gemeinden mit Sicht für die heutige Welt sehen und aktiv wurden. Durch persönliche Kontakte mit Murray wurde zunächst sein Buch "The Naked Anabaptist" ("Der nackte Täufer") unter dem Titel ...

Jesus Dünnbrettbohrer

Für die nächste Teilmenge derer, die weder von Jesus noch Kirche angetan sind, ist "Jesus" ein Synonym für "Weichei". Jesus, dieser außerordentlich nette Erdengast, dieses Vorbild für die Menschheit, immer taktvoll, immer artig, stets korrekt. Und natürlich erwartet er von seinen willigen Jüngern, dass auch sie jederzeit ebenso entgegenkommend, galant, höflich und sittsam sind. Jesus, ein Löwe? Wenn, dann bestenfalls ein zahnloser. Eher ein zahmer Gentleman. Jesus, ein ungefährlicher, hodenloser Kastrat, ein weißbleicher Ministrant mit der typischen Frisur mit Mittelscheitel, der nur gedämpft spricht und Konfrontation aus dem Wege geht.* Am Ende wird er vor lauter Nettigkeit und Unterwürfigkeit totgenagelt. Jesus, der sandalentragende Versager. Wer will einem solchen Jesus nachfolgen? Ich auch nicht. ____ * vgl. John Eldrege, Der ungezähmte Mann , 51.  

Sex in der Bibel

Zu viel Sex in Game of Thrones? Die Bibel macht GoT echte Konkurrenz. (Hier geht's zum Beginn der spritzigen Reihe) Impuls Nummer vier: Sexualität biblisch betrachtet Nun wäre es also an der Zeit, ans Eingemachte zu gehen. Ich möchte nochmal hervorstreichen, dass dies keine formelle Haltung einer Organisation oder Gemeinde ist, sondern meine ganz persönliche Sexualtheologie, wie sie sich im Laufe der Jahre entwickelt hat. Es ist weder offiziell noch fertig, und vor allem ist es nur der Versuch einer Zusammenfassung. Biblische Unverblümtheit vs. fromme Maskerade Gleich zu Beginn möchte ich enthüllen, dass ich zu dem Schluss kommen musste, auf welch extrem winzigen Füßen unsere evangelikale Sexualethik steht. Dabei ist es nicht so, dass sie auf einer Seite vom Pferd fiele - sie kommt erst gar nicht auf's Pferd hinauf. Sie ist weder in der Lage, die rauhe Wirklichkeit des echten Lebens noch die unerfüllbaren Sex-Maßstäbe Gottes zu beschreiben. Der Bibel hingegen gelingt...