Eigentlich hätte es eine Weihnachtsfeier werden sollen, wie es in den vergangenen Jahren üblich war: Die ganze Familie kommt am dritten Adventswochenende in unsere Heimat Gummersbach um dort in einer Holzhütte bei Kaminfeuer und mit Nikolausbesuch, Fondue und Feuerzangenbowle Weihnachten zu feiern. Nun stellte sich heraus, dass es ein Abschiedsfest wurde. Die Tage oder vielleicht Wochen meines Vaters scheinen gezählt zu sein - ob wir ihn auf dieser Erde noch einmal wiedersehen, ist fraglich. Mit unglaublich großem Frieden und einer greifbaren Ruhe verabschiedete er sich von seinen Kindern und Enkeln, Schwager, Schwägerin, Neffe und Nichte um, wie er es nennt, sich bald auf die spannendste Reise zu begeben, die er je unternommen hat in ein Land, wo es keine Tränen gibt. Ich hatte das Vorrecht, täglich unter Handauflegung für ihn beten zu können. Wir lasen in der Schrift Stellen über Gottes Nähe auch im Leid und über die Ewigkeit, die Jesus durch seine Auferstehung für uns möglich machte. Es ist ein ungewöhlicher Gefühlscocktail, den man da durchläuft - einerseits die Traurigkeit über den Abschied und andererseits der unbeschreibliche Trost, meinen Vater mit einer solchen Ruhe und Gelassenheit, einem solchen Frieden dieser großen Veränderung entgegengehenzusehen. Ich danke meinem Herrn dafür.
Der Lohn der Sünde ist Tod. Das steht im Römerbrief, Kapitel 6, 23. Sünde, Tod, klingt nicht angenehm. Vor allem, dass Sünde im Singular dasteht. Der Lohn jeder einzelnen Sünde, egal wie groβ oder klein, ist Tod. Nur einmal die Unwahrheit gesagt, und es ist geschehen. Perfekt gelebt, aber einmal war mir mein Job wichtiger als Gott – vorbei. Sünde ist höchstexplosiv, wenn sie in Gottes Nähe kommt. Wie Benzin, das auch keine Experimente mit Feuer verzeiht. Ein einziger Funken reicht. Wer in die Nähe Gottes kommt – und spätestens nach diesem Leben werden wir alle dort erscheinen – und nur einen einzigen, winzig kleinen Sündenfleck an sich trägt, den wird’s zerreiβen. Zu groβen Verhandlungsdiskussionen wird es gar nicht erst kommen. Einer trostlosen Zukunft sehen wir nach diesem Leben entgegen, denn wer kann schon behaupten, makellos zu sein. Von Jesus wird gesagt, dass er Gott selbst war. Es wird berichtet, Gott sei Mensch geworden. Man liest, er war makellos, ohne Sünde. Er musste nicht ...
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