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Valborgmässoafton

Der 30. April ist ein ganz besonderer Tag. Nicht nur, weil der König heute Geburtstag feiert, nein, auch mein Vater kann heute mit dem schwedischen König auf ein vollendetes Lebensjahr anstoßen. Vor allem wird heute aber in ganz Schweden offiziell der Frühling willkommen geheißen. Das Ganze nennt sich dann Valborgmässoafton und läuft in der Regel mit Ansprachen, Chorliedern, Essen, Trinken und einem großen Feuer ab. Das Feuer wurde heute von den Behörden wegen Brandgefahr gestrichen, nicht gestrichen wurde aber der Rest Programms, auch nicht die "Frühlingsansprache". Vergangenen Mittwoch, also vorgestern, teilte man mir mit, dass man mich als Redner für diese Aufgabe auserkoren hatte. Etwas überwältigt stellte ich fest, dass mir für die Vorbereitung einer schwedischen Frühlingsansprache, in der gewisse Dinge anscheindend einfach vorkommen sollten (die ich als dummer Deutsche natürlich nicht im entferntesten kenne) neben den ganzen anderen Dingen und aushäusigen Terminen nur wenige Stunden zur Vorbereitung blieben. Bei sommerlichen Temperaturen sprach ich heute also zu einem picknickendem Publikum über die Farbe grün. Es ist wirklich merkwürdig, in einer anderen Sprache Ansprachen zu halten. Ich muss mich sehr gut vorbereiten, und selbst dann ist die gewohnte Sicherheit einfach weg. Man kann nur sehr schwer Nuancen setzen, muss Redewendungen mühsam lernen und vor Missverständnissen auf der Hut sein. Das Hirn ist mit dem Gebrauch der richtigen Worte und der Aussprache so beschäftigt, dass kaum Kapazitäten für Abweichungen vom Manuskript bleiben - die wieder noch schwerer werden. Trotzdem gilt: Wer nichts wagt, der nichts gewinnt. Nur durch Übung kommt man weiter. Und auch heute sind weder Grillwürstchen noch Getränkedosen geflogen. Im Grunde ist es hinterher schön, es geschafft zu haben. Meisels waren auch da. Nur der König ist nicht gekommen, aber klar, der musste ja auch Geburtstag feiern. 

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