Direkt zum Hauptbereich

Winterdepression

Der natürliche Tagesrhythmus verschiebt sich, man hat ganz anderen Appetit und veränderte Essgewohnheiten, ist ständig müde und kann abends doch nicht in den Schlaf finden, man ist träge, lust- und motivationslos. Es fühlt sich an, als müsste ein Auto ständig geschoben werden, anstatt es zu fahren. Was uns im vergangenen Frühjahr völlig unvorbereitet und nichts ahnend traf, hat einen Namen mit klar beschriebenen Symptomen und geht auch jetzt nicht spurlos an uns vorüber: Winterdepression. Obwohl die Tage wieder deutlich länger werden ist dies eine typische Jahreszeit dafür, und das ewig trübe, schneelos-nasse und dunkelgraue Wetter tut sein Übriges. Dieses Jahr hat unsere Familie es lange nicht so ausgeprägt wie 2007, aber Karen, Ole und ich selbst sind mal mehr, mal weniger betroffen. Weder der Glaube an Jesus noch ein Job als Gemeindegründer macht immun dagegen. Es hat aber geholfen, viel darüber gelesen zu haben um Bescheid zu wissen und vorbereitet zu sein. So haben wir z.B. versucht, sich täglich längere Zeit an der frischen Luft zu bewegen, auch wenn es schüttet und stürmt. Oder jeden Sonnenstrahl mitzunehmen, der sich bietet (aber das waren nur 3 oder 4 bisher…). Und für die nächste Saison steht eine Investition an: Spezielle Lichtwecker, welche die Dämmerung simulieren und die gemäß skandinavischer Studien und vielen Erfahrungsberichten eine spürbare Verbesserung bewirken sollen. Wir werden sehen.

* * *

Your daily biorhythm shifts abnormally, your appetite and eating habits change, one feels always tired and yet it’s hard to find sleep, you’re lethargically, without motivation, not feeling like doing anything. It feels like you have to push the car all the time rather than driving it. What I am describing here hit us last year unprepared and unsuspecting. It has a name and clearly defined symptoms: Winter depression. Now it’s a typical season for that although each day is getting longer and longer again – at least in terms of theoretical sunset and sunrise times. But the permanent rain and snowless, colourless country, and the ever grey conditions keep each minute gloomy. This year the winter depression is not as heavy as it has been for us last year, yet Karen, Ole and I are again affected by it. Sometimes more, sometimes less. Neither faith in Christ nor jobbing as a church planter protects you from that. But just knowing about it e.g. by reading some studies which have been done in Scandinavian countries helped a lot to be prepared. This year for instance we tried to “train” us by having a daily time outside, no matter what the weather’s like. Or catching every sunbeam you can get (unfortunately there had been only 3 or 4 so far…). And for the next season we plan an investment: Special light alarm clocks which simulate the dawn. According to several studies and personal reports they cause a noticeable improvement. We will try and then we’ll see.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Urban Expressions Sweden

Urban Expressions ist ein von Stuart Murray in Großbritannien gegründetes Netzwerk von Gemeinden und Gemeindegründungen, die wie wir bei H2O neue Wege wagen wollen. Murray hat einige sehr wertvolle Bücher zum Thema Gemeindegründung verfasst. Sein Buch " Post-Christendom " las ich 2005 und hat mir extrem geholfen, all die Änderungen zu verstehen, die unseren Alltag verändern und auf die auch Gemeinden massiv beeinflussen. In den kommenden Jahrzehnten wird das erst so richtig sichtbar werden. Deshalb sind wir ganz besonders froh, dass Urban Expressions nun nach Schweden kommt. Und das Schöne ist, dass hier nichts von England nach Schweden exportiert sind, sondern dass eine Handvoll schwedischer Christen, teilweise schon betagt und weise, die große Notwendigkeit neuer Gemeinden mit Sicht für die heutige Welt sehen und aktiv wurden. Durch persönliche Kontakte mit Murray wurde zunächst sein Buch "The Naked Anabaptist" ("Der nackte Täufer") unter dem Titel ...

Jesus Dünnbrettbohrer

Für die nächste Teilmenge derer, die weder von Jesus noch Kirche angetan sind, ist "Jesus" ein Synonym für "Weichei". Jesus, dieser außerordentlich nette Erdengast, dieses Vorbild für die Menschheit, immer taktvoll, immer artig, stets korrekt. Und natürlich erwartet er von seinen willigen Jüngern, dass auch sie jederzeit ebenso entgegenkommend, galant, höflich und sittsam sind. Jesus, ein Löwe? Wenn, dann bestenfalls ein zahnloser. Eher ein zahmer Gentleman. Jesus, ein ungefährlicher, hodenloser Kastrat, ein weißbleicher Ministrant mit der typischen Frisur mit Mittelscheitel, der nur gedämpft spricht und Konfrontation aus dem Wege geht.* Am Ende wird er vor lauter Nettigkeit und Unterwürfigkeit totgenagelt. Jesus, der sandalentragende Versager. Wer will einem solchen Jesus nachfolgen? Ich auch nicht. ____ * vgl. John Eldrege, Der ungezähmte Mann , 51.  

Sex in der Bibel

Zu viel Sex in Game of Thrones? Die Bibel macht GoT echte Konkurrenz. (Hier geht's zum Beginn der spritzigen Reihe) Impuls Nummer vier: Sexualität biblisch betrachtet Nun wäre es also an der Zeit, ans Eingemachte zu gehen. Ich möchte nochmal hervorstreichen, dass dies keine formelle Haltung einer Organisation oder Gemeinde ist, sondern meine ganz persönliche Sexualtheologie, wie sie sich im Laufe der Jahre entwickelt hat. Es ist weder offiziell noch fertig, und vor allem ist es nur der Versuch einer Zusammenfassung. Biblische Unverblümtheit vs. fromme Maskerade Gleich zu Beginn möchte ich enthüllen, dass ich zu dem Schluss kommen musste, auf welch extrem winzigen Füßen unsere evangelikale Sexualethik steht. Dabei ist es nicht so, dass sie auf einer Seite vom Pferd fiele - sie kommt erst gar nicht auf's Pferd hinauf. Sie ist weder in der Lage, die rauhe Wirklichkeit des echten Lebens noch die unerfüllbaren Sex-Maßstäbe Gottes zu beschreiben. Der Bibel hingegen gelingt...