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Die letzten Tage

Heute war letzter Schultag. Komisch, dass heute auch Zeugnistag war. Alle drei brachten stolz ihre Zeugnisse mit, die hier nicht nur ein Blatt Papier, sondern ein ganzes Berichtsheft sind. Für heute Abend dürfen wir uns wohl eine kleine Belohnung einfallen lassen! Wir sind wirklich stolz auf unsere drei, die ausnahmslos gute Noten erhielten, und Gott dankbar für drei so tolle Kinder.
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Auβerdem ist das Sprachpraktikum auch vorbei. Spaβ hat’s gemacht und ich habe viel gelernt.
Am letzten Tag hat man mir – kurioserweiser und fast schon symbolisch – einen nagelneuen Schlüssel passend zur Einganstür ausgehändigt. Man war so zufrieden mit mir, dass ich jederzeit willkommen sei, so viel oder wenig ich wolle mitzuarbeiten. Stundenweise Bezahlung, völlig flexible Zeiteinteilung. Ich bedankte mich und lieβ es vorläufig aber noch offen.
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Die ganze Sache mit dem Sprachpraktikum ist für mich typisch Jesus. „Trachtet zuerst nach Gottes Reich und seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles zufallen (Mt6,33)“. So ist er oft mit mir umgegangen. Dezember 1999 z.B., als in der Klinik Kipfenberg ausschlieβlich für mich eine 50%-Stelle eingerichtet wurde, mit der das Studium möglich wurde. Mir scheint es, dass der Er mich noch ein wenig bei Iron Maiden & Co behalten möchte. In der Tat sehen wir unschlagbare Argumente, das Angebot ernst zu nehmen: Durch die Tätigkeit bekomme ich immer tieferen Einblick in die Kultur, es bieten unzählige völlig natürliche Kontakte, das Problem des finanziellen Ausgleichs der Unterstützung, die 2008 auslaufen wird, wäre gelöst. Eine irgendwie geartete „normale“ Berufstätigkeit verschafft uns auβerdem deutlich mehr Glaubwürdigkeit (nach dem Motto: „er kann wohl auch was gscheits!“). Auf der Contra-Seite steht ein noch unabsehbarer Papierkrieg um den Wechsel unseres Aufenthaltsrechts zu regeln und die Gefahr der höheren Besteuerung unseres Einkommens. Aber wo gibt’s schon ein Pro ohne Contra? Wieder einmal stellt sich heraus: Es ist spannend, mit Jesus zu leben. Es ist spannend, zu sehen, was Er noch vorhat. Im Januar wird sich einiges klären. Aber jetzt wollen wir erstmal Seine Geburt feiern, Sein Kommen von der Ewigkeit auf diesen Planeten: Jesus, unser Herr und Retter.

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The last days of the last week before Christmas. Today was last day at school, and the children got their reports – feels a bit strange for a German to get them so close to Christmas. All three of our offspring came home quite proudly, and Karen and I were very pleased and thankful about what the teachers had to say about them, to see one more time how easily they make their daily life in three different languages. Praise Jesus for that. And tonight we’ll be a little creative to reward them.
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And the language internship is over as well. It was fun and I learned a lot. At the last day – from all days – they handed out to me a brand new key to their facilities. It was like a powerful symbol: We were so pleased with you so that you’re welcomed back at any time, you can come and work with us as much or less you want, we will pay every hour you’re here, so to say. I expressed my gratefulness but left it open so far.
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The whole thing with the language internship is so typically Jesus for me. It’s like Mt 6:33, “seek first his kingdom and his righteousness, and all these things will be given to you as well.” Jesus treated me many times like this. 1999 for instance, as the “Klinik Kipfenberg” created a 50% part time job just for me – by that it got possible to study theology. It seems to me, God wants me to spend some more time with “Iron Maiden & Co”. Indeed, there are many arguments to consider that offer seriously: We get deeper and deeper into the culture, we get tons of natural contacts, we get rid of the problem “How to substitute the support which is going to end in 2008”. And a kind of a “normal” vocational activity would supply more credibility in Sweden. (Strange isn’t it? Just doing the internship in a secular activity gave many people the impression: “Oh! Seems he can do something proper, too! Maybe he isn’t as suspicious as we thought.”) On the other hand we don’t know yet what that means for our residency in Sweden, I assume tons of formulas. And it’s possible that we have to pay more taxes after that. Anyway. Living with Jesus is exciting. It’s so exciting to see what He’s doing – and we’d like to know a little more what is about to come in future! Maybe we’ll see clearer in January. For now we’ll celebrate the birth of Jesus, our Lord and savior!

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