Direkt zum Hauptbereich

Eine Woche mit Hud und Nancy McWilliams

Nein, es ist nicht Sean Connery, den man da auf den Bildern sieht. Es ist Hud McWilliams und seine Frau Nancy aus Colorado. Hud ist Psychologe (ein übrigens ausgesprochen kompetenter obendrein) und Pastor. Bei CA füllt er die Rolle eines professionellen Seelsorgers für die CA Mitarbeiter als eine Art Pastor der CA-Pastoren. Nach Connect sind die zwei zu uns nach Göteborg gekommen und haben eine Woche mit unserer Familie gelebt. Zwei Abende hat er unser Team unterrichtet in Sachen Teamdynamik, gesunde Beziehungen, Spannungen und Ausweichmanövern aus Angst. Nancy und Hud trafen sich mit einzeln mit Teammitgliedern um zu helfen und um für uns da zu sein. Sie haben mit uns gespielt, gepuzzelt, gefeiert und für uns Baby Back Rips zubereitet. Es war für Karen und mich eine sehr gute und ermutigende Woche. Die Kinder fragten gestern Abend im Bett, wann Hud und Nancy denn mal wiederkämen, es war sooooo toll mit ihnen, meinten sie.
Eine von vielen für mich wichtigen Erkenntnissen ist es, dass wir in einer gefallenen Welt leben in der fast alles umgekehrt läuft, als es sein sollte. Gutes und gesundes Verhalten sei in einer verdrehten Welt daher immer "kontra-intuitiv", wie Hud es nannte. Intuitiv neigen wir Menschen nämlich dazu, das Falsche zu tun und zu leben, weil uns leichter fällt. Das Richtige erscheint hingegen als zu schwer, zu unmöglich, zu spannungsreich, zu schmerzhaft. Jesus habe uns nicht nur ein in vieler Hinsicht "kontra-intuitives" Leben vorgelebt, sondern hat uns obendrein durch den Heiligen Geist auch die Kraft gegeben, selbst "kontra-intuitiv" zu sein. Das heißt nicht, dass dies leicht sei oder gar von selbst ginge. Auch viele Christen würden aus Angst oder Scham lieber vor den Dingen weglaufen, als sie anzupacken, ermahnte uns Hud.
Eines der wichtigsten Dinge, die wir tun können, sei miteinander spielen, erinnerte er uns. Durch Spiel und Spaß zeigen wir viel leichter, wer wir sind, lernen uns gegenseitig kennen. Kinder erinnern sich selten an die schwergewichtigen und lehrreichen Gespräche, die sie mit ihren Eltern hatten. Sie erinnern sich aber an die Fahrradtour am Fluss entlang, an den Campingurlaub oder wie Tante Ilse die Torte an den Kopf bekam. Mit solchen Dingen prägen wir unsere Mitmenschen viel mehr als wir es fassen können. Wie als wollte unsere Familie ihm Recht geben, haben wir fünf Fritschs zusammen mit Hud und Nancy die ganze Woche Spaß mit einem Puzzle auf unserem Wohnzimmertisch gehabt. In jeder freien Minute war irgendwer mit irgendwem am Puzzleteile suchen. Eigentlich haben 1500 Puzzleteile ja nicht unbedingt weltbewegende Bedeutung - und doch gehörten die Zeiten am Puzzletisch zu den besten der Woche.
Hud gibt nicht nur Seelennahrung, sondern kümmert sich auch um die Küche. Kochen ist sein großes Hobby und seine Rippchen à la Colorado sind nun unser neues Leibgericht.

Gestern konnten wir die gemeinsame Zeit auf der neuen Veranda von van der Ploegs mit frischen, selbstgesuchten Pfifferlingen, deutschen Bratwürsten von Lidl, Oldies von Spotify und Hula-Hupp-Reifen schmackhaft abschließen. Und heute morgen um 5 Uhr brachte ich Hud und Nancy zurück zum Flughafen.

Vielen Dank, Ihr Lieben!!!

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Eine neue "Engelskala"?

Ich selbst kam gerade erst ins zweite Schuljahr, als die beiden Herren James Engel und Wilbert Norton ein Buch mit dem Titel " What's gone wrong with the harvest? " (Was ist mit der Ernte schiefgelaufen?) herausgaben. Nein, das Buch handelte nicht von Traktoren, Mähdreschern und Güllefässern, sondern um die Ernte der geistlichen Früchte, die Jesus von Kirche und Gemeinden erwartet. Und hier läuft ja bekanntlich so manches schief. Zur Veranschaulichung entwickelte Herr Engel, einer der Autoren, eine Skala. Auf dieser Skala konnte man leicht erkennen, wo man sich auf seiner geistlichen Reise gerade befindet. Als " Engelskala " - was nur etwas mit dem Namen des Erfinders und nichts mit Engeln zu tun hat - gelangte sie zu weltweiter Bekanntheit. Für alle, die noch nie eine Engelskala gesehen haben - so ungefähr sieht eine deutsche Version aus (von mir farblich etwas aufgepeppt): (zum Vergrößern auf's Bild klicken) Man liest die Skala im Prinzip von unten ...

Sola Gratia

Schschschau mal, ist das hoch zum Drüberspringen... Impuls Nummer drei: Gottes Maßstäbe gelten lassen (Hier geht's zum Anfang dieser lustvollen Serie) Ich möchte uns an eine alte, biblische Weisheit erinnern, von der wir heute nicht mehr so viel hören: Gottes Standards für den Menschen sind extrem hoch. Dieses Prinzip finden wir durchgehend in der ganzen Bibel, im Alten wie im Neuen Testament. Man lese nur einmal das Gesetz der Thora oder, wem das zu alttestamentlich erscheint, der darf sich gerne der Bergpredigt hingeben und ihrem Standard folgen. Viel Erfolg dabei. Zweitens sollten wir uns daran erinnern, dass Gottes Standards nicht verhandelbar sind. Gott hängt die Messlatte auf, wo ER sie haben will und dann hängt sie da. Punkt. Daran gibt es nichts zu rütteln. Keinen Millimeter weicht Gott davon ab. Das gefällt uns Menschen nicht. Wir möchten gerne glänzen, als gut und richtig dastehen. Doch der Hauptzweck dieser hohen Messlatte ist es ja gerade, unsere menschlich...

Bewirken. Entfachen. Hervorrufen. Evozieren.

Serie: Missional Action Plan, Phase zwei  Das sind einige Synomyme für die zweite Phase unseres sogenannten Missional Action Plans, genannt Auslösen (initiate) . Was ist denn das? Nun, niemand glaubt heute noch, dass der Pfarrer den Menschen wirklich zu sagen hat, wie man was zu tun oder zu lassen hat. Eigentlich möchte sich heute überhaupt niemand noch was sagen lassen, solange man nicht ausdrücklich gefragt hat. Entsprechend ist auch niemand mehr scharf auf Predigten. Predigt, das klingt wie Standpauke. Epistel. Ermahnung. Wie Schelte und Zurechtweisung. Niemand* will sich also noch bepredigen lassen. Man geht entweder auf Konfrontation oder stellt die Ohren auf Durchzug. Das, was jahrhundertelang das Zentrum der kirchlichen Kommunikation war, die Predigt, stirbt aus. Stirbt aus? Ganz und gar? Keine Predigten mehr in Zukunft? Nein, so ist es auch wieder nicht. Römer 10,17 sagt ganz klar, dass der Glaube aus der Predigt kommt, und damit wird die Predigt immer eine entsche...