Direkt zum Hauptbereich

"... von all deinen Kräften."

Meine Stille Zeit besteht derzeit darin, alle in der Lutherbibel fett gedruckten Verse in meiner schwedischen Bibel zu markieren. Jeden Tag nehme ich mir ein paar Kapitel oder ein ganzes Buch vor, je nachdem, und meditiere über den dort hervorgehobenen Versen. Im Dezember begann ich mit 1. Mose, in der Zwischenzeit bin ich bis ins Markusevangelium vorgedrungen. Es sind interessante Lektionen, die ich dadurch lerne. Vor allem werde ich an die Güte und Treue Gottes erinnert, an sein persönliches starkes Interesse an uns, an seine Liebe, die sich durch nichts umhauen lässt. In erstaunlich vielfältiger Weise drückt sich seine Liebe, sein Wohlwollen und seine Fürsorge immer wieder aus.
Heute aber wurde ich von einem Vers getroffen. Es blieb der einzige Vers für meine heutige Meditation und mein Gebet. Es ist das größte und wichtigste Gebot aller Zeiten an uns Menschen: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzen Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften. (Mk 12:30)"

Ich soll Gott nicht nur den "lieben Gott nennen". Ihn nicht nur "lieben". Auch sehr lieben ist ihm nicht genug. Er wünscht sich totale Hingabe. Er tut alles, wirklich alles für uns, um uns durch dieses Leben zu bringen, das oft genug kein Honigschlecken ist. In gewisser Weise soll ich sein wie ER und ihn ebenso zurücklieben.

Was mich am meisten trifft, ist der Hinweis "mit allen deinen Kräften". Nicht nur mit Kraft, sondern mit allen Kräften, die zur Verfügung stehen. Ich frage mich, wieviele Kräfte ich in andere Dinge stecke. Wie sähe mein Leben aus, würde ich Gott WIRKLICH mit allen Kräften lieben. Wie sähe mein Alltag und meine Entscheidungen aus?

Würde ich die anderen fett gedruckten Verheißungen und Erinnerungen ganz anders erleben?

Ich danke Gott für Seine Gnade, wenn ich vor Ihm zugeben muss, ihn NICHT mit allen meinen Kräften geliebt zu haben. Aber das soll keine "Schwamm-drüber" und "Augen-zu"-Ausrede sein. Ich möchte lernen, meine Kräfte neu zu sortieren und daran arbeiten, meinen Schöpfer, Retter und Erhalter, meinen Vater im Himmel von ganzem Herzen, ganzer Seele, ganzem Gemüt und mit allen meinen Kräften zu lieben. Das ist keine mal eben getroffene Entscheidung. In dieser gefallenen Welt scheint mir dies eine Lebensaufgabe zu sein.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Gemeindegründungskurs

Übermorgen (Mittwoch) werde ich nachmittags zum zweiten Mal eine dreistündige Vorlesung zum Thema Gemeindegründung halten. Studenten aus ganz Schweden werden online zugeschaltet sein. Für mich persönlich ist dies eine wirklich große und wichtige Sache. Während der ersten Vorlesung ging es um die Theologie der Gemeindegründung. Am Mittwoch wird es um die Praxis gehen. Wir werden zu weiten Teilen über den von CA entwickelten "Missional Actions Plan" reden (MAP). CA unterstützt dieses Projekt mit einem eigens für diesen Kurs professionell produziertem Video. Euch würde ich herzlich bitten, für diesen Kurs, die Stundenten, Mittwochnachmittag und vor allem die langfristige Frucht des Kurses zu beten. Danke!

Der Lohn der Sünde

Der Lohn der Sünde ist Tod. Das steht im Römerbrief, Kapitel 6, 23. Sünde, Tod, klingt nicht angenehm. Vor allem, dass Sünde im Singular dasteht. Der Lohn jeder einzelnen Sünde, egal wie groβ oder klein, ist Tod. Nur einmal die Unwahrheit gesagt, und es ist geschehen. Perfekt gelebt, aber einmal war mir mein Job wichtiger als Gott – vorbei. Sünde ist höchstexplosiv, wenn sie in Gottes Nähe kommt. Wie Benzin, das auch keine Experimente mit Feuer verzeiht. Ein einziger Funken reicht. Wer in die Nähe Gottes kommt – und spätestens nach diesem Leben werden wir alle dort erscheinen – und nur einen einzigen, winzig kleinen Sündenfleck an sich trägt, den wird’s zerreiβen. Zu groβen Verhandlungsdiskussionen wird es gar nicht erst kommen. Einer trostlosen Zukunft sehen wir nach diesem Leben entgegen, denn wer kann schon behaupten, makellos zu sein. Von Jesus wird gesagt, dass er Gott selbst war. Es wird berichtet, Gott sei Mensch geworden. Man liest, er war makellos, ohne Sünde. Er musste nicht ...

„The Sound of Music“

Nun haben wir es also angeboten und selbst eingenommen, unser erstes Antiherbstdepressivum, in Form eines lustigen Filmnachmittages in unserer Gillestuga mit gemeinsamen Essen. Schön war’s! Und wir sahen ein höchst interessantes Werk: „The Sound of Music“, ein amerikanisches Musical als Heimatfilm aus dem Jahre 1965, das zu Beginn des Zweiten Weltkrieges in Salzburg spielt. Alle Schweden kennen es so gut, dass es hier darauf Parodien und Anspielungen in der Werbung gibt. Unser Holländer in Team sagte, in Holland wachse man mit diesem Film auf, er konnte alle Dialoge mitsprechen. Und unsere Amerikaner konnten sämtliche Lieder des Musicals auswendig mitsingen. Nur Karen und ich blamierten uns mit unserer Bildungslücke. Wir haben bis jetzt aber auch noch keinen anderen Deutschen gesprochen, der den Film je gesehen hat ( Gibt’s einen? Bitte sofort unten einen Kommentar hinterlassen!!! ) Man sagte uns, in Amerika gehe man davon aus, dass in Österreich jeder in das (englische) Lied „Edelwei...