Direkt zum Hauptbereich

Medvandrare

Seit Mitte November machen wir nun die Medvandrare (Begleiter). Jeden Samstag sind zwei von uns im Café des Reningsburger Second-Hand-Verkauf. Letzten Samstag war ich mal wieder dran. Ich merke, wie die "Medvandrare" sich etabliert haben. Unter den Kunden gibt es natürlich viele, mit denen man so gut wie nie in Kontakt kommt, bestenfalls gibt einen Gruß oder ein Lächeln. Und immer wieder gibt es solche , die man zum erstem Mal sieht und die fragen, was das denn sei, Medvandrare. Und es gibt Kunden, die sich schon richtig freuen, wenn man sich sieht, zu denen man sich an den Tisch setzt, und mit denen man nicht selten über eine ganze Stunde über Gott und Welt redet. Jeder von uns Medvandraren hat so seine eigene Art, samstags da zu sein. Manche helfen im Café wie eine Bedienung mit. Manche gehen immer wieder mal mit der Kaffeekanne rum und laden auf eine Extratasse ein. Manche sitzen einfach nur auf einem Barhocker und beten für die Leute, die vorbeigehen. Dabei kommen manchmal ganz interessante Geschichten raus. Manche helfen auch im Laden mit. Eins haben alle Medvandrare aber gemeinsam: Echte Liebe und Freundlichkeit, Regelmäßigkeit, ein Dienst in einem offenen Rahmen, Spontaneität, viel Geduld und ein offenes Herz. Das sind die Zutaten, die wir hier entdecken. Mit diesen Zutaten im H2O werden wir hier weitere Gerichte kochen.

* * *

Since November we're doing our Medvandrare ministry (the companions). It's encouraging to see how this ministry is now an established part of the Second Hand café. We got to know plenty of people, and each Saturday those who are on for medvandrare have many conversations with different people. For you, who is reading those lines in America or with an American background I need to say that you cannot assume it is as easy in Sweden to involve somebody in a converation as it is in America. It's just very, very different. For us it took months of a regular appearance in that Second Hand shop. We needed to show up each week until people start wondering what that is about. It takes a lot of patience, intuition, tact, sure instinct and prayer to get connected with somebody in a way you could talk with him about more important issues than just Second Hand stuff. But we feel blessed, and we're keep going!

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Gemeinde - ein Verein oder eine Firma?

Bald ist wieder GLS-Zeit in Schweden. GLS heißt Global Leadership Summit und ist nichts anderes als Willow-Creeks jährliche Leiterkonferenz. In Schweden wird GLS in den Großstädten angeboten als eine halb Live, halb aufgezeichnete Veranstaltung. Unser Partner Saron ist Treffpunkt für alle Gemeindeleiter im Göteborger Raum. Natürlich werde auch ich wieder da sein, nicht zuletzt, um andere Gemeinden zu treffen und um getroffen zu werden. Nun habe ich selbst meine Leiterausbildung in den USA absolviert und weiß, dass die Amis hier sehr viel Gutes zu sagen haben. Ich weiß auch, dass die Deutschen in Sachen Menschenführung und Leitung deutlich mehr Nachholbedarf haben als die Schweden. Und so begeistert ich von vielen Dingen auch immer noch sein mag, ein paar Fragen wollen mir nicht mehr aus dem Kopf: Muss Gemeinde wie eine Firma geführt und strukturiert werden? Muss Gemeinde wie ein Verein geführt und strukturiert werden? Und wenn die Antwort auf beide Fragen auch Nein lauten kann, wie mu...

„The Sound of Music“

Nun haben wir es also angeboten und selbst eingenommen, unser erstes Antiherbstdepressivum, in Form eines lustigen Filmnachmittages in unserer Gillestuga mit gemeinsamen Essen. Schön war’s! Und wir sahen ein höchst interessantes Werk: „The Sound of Music“, ein amerikanisches Musical als Heimatfilm aus dem Jahre 1965, das zu Beginn des Zweiten Weltkrieges in Salzburg spielt. Alle Schweden kennen es so gut, dass es hier darauf Parodien und Anspielungen in der Werbung gibt. Unser Holländer in Team sagte, in Holland wachse man mit diesem Film auf, er konnte alle Dialoge mitsprechen. Und unsere Amerikaner konnten sämtliche Lieder des Musicals auswendig mitsingen. Nur Karen und ich blamierten uns mit unserer Bildungslücke. Wir haben bis jetzt aber auch noch keinen anderen Deutschen gesprochen, der den Film je gesehen hat ( Gibt’s einen? Bitte sofort unten einen Kommentar hinterlassen!!! ) Man sagte uns, in Amerika gehe man davon aus, dass in Österreich jeder in das (englische) Lied „Edelwei...

Jesus Dünnbrettbohrer

Für die nächste Teilmenge derer, die weder von Jesus noch Kirche angetan sind, ist "Jesus" ein Synonym für "Weichei". Jesus, dieser außerordentlich nette Erdengast, dieses Vorbild für die Menschheit, immer taktvoll, immer artig, stets korrekt. Und natürlich erwartet er von seinen willigen Jüngern, dass auch sie jederzeit ebenso entgegenkommend, galant, höflich und sittsam sind. Jesus, ein Löwe? Wenn, dann bestenfalls ein zahnloser. Eher ein zahmer Gentleman. Jesus, ein ungefährlicher, hodenloser Kastrat, ein weißbleicher Ministrant mit der typischen Frisur mit Mittelscheitel, der nur gedämpft spricht und Konfrontation aus dem Wege geht.* Am Ende wird er vor lauter Nettigkeit und Unterwürfigkeit totgenagelt. Jesus, der sandalentragende Versager. Wer will einem solchen Jesus nachfolgen? Ich auch nicht. ____ * vgl. John Eldrege, Der ungezähmte Mann , 51.